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Diebstähle in Kirchen: Ein Jahr Gefängnis

24.07.2021 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Beute betrug wohl nur ein paar Euro. Dafür wurde der geständige 55-Jährige am Landesgericht Feldkirch zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Die Beute betrug wohl nur ein paar Euro. Dafür wurde der geständige 55-Jährige am Landesgericht Feldkirch zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Symbolbild/Hartinger

Trotz geringer Beute fiel Strafe für Täter wegen seiner vielen Vorstrafen hoch aus.

Die Beute betrug wohl nur ein paar Euro. Dafür wurde der geständige 55-Jährige am Landesgericht Feldkirch zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Das Urteil, mit dem der Angeklagte und die Staatsanwältin bereits am Ende der Hauptverhandlung einverstanden waren, ist rechtskräftig.

Täter mehrfach vorbestraft

Die Strafe fiel wegen der Tatorte und der Vorstrafen scheinbar streng aus. Denn der Litauer hat Geld in Kirchen gestohlen. Ein Diebstahl an einem Ort der Religionsausübung wird im Strafgesetzbuch automatisch als schwerer Diebstahl gewertet, mit einem Strafrahmen von bis zu drei Jahren Haft. Hinzu kam, dass der Ausländer mit bereits zwölf einschlägigen Vorstrafen belastet war.

Der Osteuropäer ist in der Vergangenheit in Deutschland, Luxemburg, Frankreich und der Schweiz strafrechtlich verurteilt worden. Er hat dafür auch schon Haftstrafen verbüßt. In den letzten fünf Jahren sind über ihn zumindest zwei Mal einschlägige Freiheitsstrafen verhängt worden. Daher lagen die sogenannten Rückfallvoraussetzungen mit einer Strafschärfung vor. Die Strafdrohung erhöhte sich um die Hälfte auf bis zu viereinhalb Jahre Gefängnis.

Geringe Beute

Angesichts der Umstände hätte die Sanktion noch höher ausfallen können. Aber bei der Strafbemessung müsse nicht nur die Schuld des Täters, sondern auch die Tat berücksichtigt werden, sagte Richterin Claudia Hagen in ihrer Urteilsbegründung. Bei den Taten habe der Angeklagte fast nichts erbeutet.
2017 ist sein Opferstockdiebstahl in der Pfarrkirche in Götzis beim Versuch geblieben. Heuer im Mai hat der Litauer in einer katholischen Kirche in Landeck in Tirol nach den gerichtlichen Feststellungen nur ein paar Euro aus dem Opferstock gestohlen.

Der Untersuchungshäftling sagte, er habe aus einer Notlage heraus gestohlen. Er habe kein Geld gehabt, aber Geld benötigt, um sich wegen seiner körperlichen Schmerzen Medikamente kaufen zu können.