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Frau schlug 45 Jahre älteren Gatten nicht

27.07.2021 • 20:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Körperverletzung, gefährlicher Drohung und Freiheitsentziehung zum Nachteil ihres 72-jährigen Gatten wurde die 27-jährige Afrikanerin von der Staatsanwaltschaft angeklagt. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Körperverletzung, gefährlicher Drohung und Freiheitsentziehung zum Nachteil ihres 72-jährigen Gatten wurde die 27-jährige Afrikanerin von der Staatsanwaltschaft angeklagt. Symbolbild/Hartinger

72-jähriger Ehemann wollte nicht mehr aussagen: Freispruch für 27-Jährige.

Wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Körperverletzung, gefährlicher Drohung und Freiheitsentziehung zum Nachteil ihres 72-jährigen Gatten wurde die 27-jährige Afrikanerin von der Staatsanwaltschaft angeklagt. Nun wurde die unbescholtene Angeklagte am Dienstag am Landesgericht Feldkirch rechtskräftig freigesprochen.

Der Freispruch erfolgte, weil das mutmaßliche Gewaltopfer vom Recht als Familienangehöriger Gebrauch gemacht und vor Gericht als Zeuge nicht mehr ausgesagt hatte. Damit durfte Richter Richard Gschwenter die belastenden Angaben des Unterländers vor der Polizei nicht verwerten. So fehlte es an Beweisen für die Schuld der sämtliche Vorwürfe bestreitenden Angeklagten.

Vorwurf: mehrere Akte der Gewalt

Der Hauptvorwurf im Strafantrag bezog sich auf einen angeblichen Vorfall vom Juli 2020. Demnach soll die junge Frau ihrem pensionierten Gatten eine große Menge WC-Reinigungsmittel ins Gesicht gesprüht haben. Dadurch soll er einige Tage an entzündeten Augen gelitten haben. Zudem wurde der Kellnerin zur Last gelegt, sie habe ihrem Mann ein Mobiltelefon und einen Tixo-Abroller auf den Kopf geschlagen und ihn am Hals gekratzt und ihm dabei blutende Verletzungen zugefügt.

Des Weiteren soll sie ihn wiederholt mit anderen Gegenständen geschlagen haben. Einmal, so der Zeuge vor der Polizei, habe seine Ehefrau ihn mit einem Küchenmesser bedroht. Und sie habe ihn mehrere Stunden auf dem Balkon seiner Wohnung im 6. Stock ausgesperrt.

Streitigkeiten, keine Gewalt

Verteidiger Stefan Harg beantragte schon zu Prozessbeginn einen Freispruch für seine 27-jährige Mandantin, weil diese keine der angeklagten Straftaten begangen habe. Es habe lediglich Ehestreitigkeiten gegeben. Die Staatsanwaltschaft wollte das Strafverfahren ursprünglich mit einem außergerichtlichen Tatausgleich diversionell einstellen. Aber die Beschuldigte habe keine Verantwortung für ihr Fehlverhalten übernommen, sagte Richter Gschwenter.

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