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Kündigungsgrund: Maske verweigert

28.07.2021 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Klägerin bekämpft in ihrem anhängigen Arbeitsprozess am Landesgericht Feldkirch ihre Kündigung. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Die Klägerin bekämpft in ihrem anhängigen Arbeitsprozess am Landesgericht Feldkirch ihre Kündigung. Symbolbild/Hartinger

Klägerin behauptet, sie sei gekündigt worden, da sie Betriebsrat gründen wollte.

Warum hat die Klägerin ihren Arbeitsplatz in dem Bewachungsunternehmen verloren? Weil sie an ihrem Arbeitsplatz in einem Bezirksgericht mehrfach keine Corona-Schutzmaske getragen hat? Oder weil sie einen Betriebsrat gründen wollte? Darauf hat nun das Arbeitsgericht eine Antwort zu finden.

Debatte über Kündigungsgrund

Die Klägerin bekämpft in ihrem anhängigen Arbeitsprozess am Landesgericht Feldkirch ihre Kündigung. Klagsvertreter Sanjay Doshi sagte in der ersten Verhandlung, die Kündigung sei zu Unrecht erfolgt. Denn seine Mandantin habe in dem Unternehmen einen Betriebsrat gründen wollen. Der Arbeitgeber sei damit nicht einverstanden gewesen. Beklagtenvertreter Rupert Manhart erwiderte in der vorbereitenden Tagsatzung jedoch, die Kündigung habe mit der geplanten Gründung eines Betriebsrats nichts zu tun gehabt.

Die Trennung von der Mitarbeiterin sei stattdessen deshalb erfolgt, weil sie als Wachfrau beim Eingang eines Bezirksgerichts wiederholt keine Corona-Schutzmaske getragen habe. Die Leiterin der Geschäftsstelle des Bezirksgerichts habe sie mehrmals darauf angesprochen. Der Geschäftsführer der beklagten Partei habe seine Mitarbeiterin in einem Gespräch für ihr Fehlverhalten ursprünglich nur verwarnen wollen. Sie sei aber uneinsichtig gewesen. Daher sei letztlich die Kündigung erfolgt.

Befangenheit des Richters

Arbeitsrichter Gabriel Rüdisser vertagte die Verhandlung auf Ende September. Zuvor merkte er an, sollte die Leiterin der Geschäftsstelle des Bezirksgerichts doch noch als Zeugin angeboten werden, könne er wegen des Anscheins der Befangenheit nicht verhandeln. Denn er sei früher an jenem Bezirksgericht tätig gewesen.

Klagsvertreter Doshi wies darauf hin, dass auch der Portier des beklagten Bewachungsunternehmens am Landesgericht keine Corona-Schutzmaske trage. Beklagtenvertreter Manhart sagte dazu, der Wachmann des Landesgerichts sitze im Unterschied zur gekündigten Wachfrau des Bezirksgerichts jedoch in einer verglasten Kabine.