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Anklage: Mord an Joggerin geplant

01.08.2021 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die gemeinsame Planung eines Mordes an einem Zufallsopfer wirft die Staatsanwaltschaft Feldkirch den beiden Angeklagten vor. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Die gemeinsame Planung eines Mordes an einem Zufallsopfer wirft die Staatsanwaltschaft Feldkirch den beiden Angeklagten vor. Symbolbild/Hartinger

Prozess gegen zwei junge Männer wegen verbrecherischen Komplotts.

Die gemeinsame Planung eines Mordes an einem Zufallsopfer wirft die Staatsanwaltschaft Feldkirch den beiden Angeklagten vor. Dazu hat die Strafverfolgungsbehörde Anklage wegen verbrecherischen Komplotts erhoben.

Der von Richter Dietmar Nußbaumer geführte Strafprozess findet am 5. August am Landesgericht Feldkirch statt. Für den Fall eines Schuldspruchs beträgt der in Paragraf 277 des Strafgesetzbuches vorgesehene Strafrahmen sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

Geistig abnorme Rechtsbrecher

Zusätzlich zu einer Bestrafung beantragt die Staatsanwaltschaft auch die Unterbringung des 20-jährigen Erstangeklagten in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Zur Tatzeit war der nun in einem psychia­trischen Krankenhaus in Untersuchungshaft genommene junge Mann aus dem Bezirk Dornbirn nach Ansicht der Anklagebehörde psychisch krank, aber nicht zurechnungsunfähig. Die Staatsanwaltschaft bezieht sich dabei auf den psychiatrischen Sachverständigen Reinhard Haller, der vor Gericht sein Gutachten erläutern wird.

Verabredung zu einem Mord

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft haben der 20-jährige Österreicher und der 19-jährige Deutsche am 10. März am Telefon und per Chat die gemeinsame Ausführung eines Mordes im Großraum Bregenz vereinbart. Demnach wollten die beiden Arbeitslosen am 11. März auf einem abgelegenen Uferweg des Bodensees oder in einem uneinsehbaren Waldstück einer zufällig vorbeikommenden Joggerin auflauern. Laut Strafantrag haben die Angeklagten beschlossen, das Zufallsopfer zuerst zu vergewaltigen und danach mit vereinten Kräften zu töten.

Strafbar ist nicht die Planung einer Vergewaltigung, aber die Verabredung zu einem Mord, zu einem Raub, zu einer erpresserischen Entführung, zu einem grenzüberschreitenden Prostitutionshandel oder zum Verbrechen des Suchtgifthandels. Die Beschuldigten sagten vor der Polizei, sie hätten das Besprochene nicht ernst gemeint. Sie hätten nie vorgehabt, tatsächlich eine Joggerin zu ermorden.

Kinderpornografie

Der 19-jährige Deutsche wurde auch wegen pornografischer Darstellung von Minderjährigen und Sachbeschädigung angeklagt. Der Zweitangeklagte soll ein Kinderpornofoto besessen und 34 Bilder mit Pornografie mit Kindern und Jugendlichen im Internet angesehen haben. Zudem wird ihm zur Last gelegt, er habe am 11. März in Dornbirn mit einem Stanleymesser den Reifen eines abstellten Fahrrads aufgeschlitzt.

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