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Junge können sich kaum Wohneigentum leisten

05.08.2021 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Rheintal wird weiter urbanisiert. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Das Rheintal wird weiter urbanisiert. Stiplovsek

Die Pandemie hat Spuren am Wohnungsmarkt hinterlassen.

Die starke Preisdynamik am Immobilienmarkt hielt im Krisenjahr an. Das zeigt eine Studie im Auftrag der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer. Vorarlberg zählt nach Wien und Innsbruck zu den teuersten Regionen.

Gleichzeitig können sich junge Familien kaum mehr Wohneigentum leisten. Der Rückgang der jungen Haushalte als Interessenten für Eigentum, die immer wichtiger werdende Verbindung von Wohnen und Pflege und die Kapitalstärke der älteren Generation zählen laut WKV aus wohnungswirtschaftlicher Sicht zu den wichtigsten demographischen Entwicklungen der letzten zehn Jahre.
Die Immobilien- und Vermögenstreuhänder freut die solvente ältere Kundschaft: „Die stark wachsende Gruppe des kapitalstarken älteren Personenkreises bietet große Potenziale am Wohnungsmarkt. Hier gilt es, frühzeitig entsprechend mit neuen Produktentwicklungen zu reagieren“, erklärt Fachgruppenobmann Günther Ammann.

Vorarlberg ist nach Wien nicht nur das Bundesland mit der größten Besiedelungsdichte, sondern auch das am schnellsten wachsende. Damit einhergehend ist die Tatsache, dass die Kapitalkraft der Vorarlberger Haushalte in Kombination mit günstigen Finanzierungsbedingungen auch im Krisenjahr 2020 zu einer überdurchschnittlichen Neubauleistung geführt hat.

Anhaltende Nachfrage

Trotz der hohen Grundstückpreise und Baukosten wurden heuer so viele Eigenheime wie seit 15 Jahren nicht mehr bewilligt. Gleichzeitig ist ein Rückgang bei der Wohnbauförderung festzustellen, was Fragen über deren Effizienz aufwirft.

Ein Großteil der Käufer müsse in der Lage sein, die Wohnbaufinanzierung ohne staatliche Hilfe zu stemmen. „Im Hinblick auf die Anschaffung von Eigentum sowie der Verhinderung von Altersarmut bedarf es einer gesellschaftspolitischen Lösung dieser Frage“, sagt Hilmar Müller, Geschäftsführer der Bauinnung Vorarlberg.

Die Entwicklung des Rheintals soll nach der Studie weiter in Richtung einer städtischen Agglomeration mit nur beschränkter Verfügbarkeit von Siedlungsraum gehen. Eine größere Bereitschaft zu Verdichtungen und der Schutz von Naturräumen werden an Bedeutung gewinnen. Eine wachsende Selbstwahrnehmung als pulsierende urbane Struktur in Vorarlberg wird laut Studien­autor Wolfgang Amann zu neuen Impulsen mit hohen Qualitätsansprüchen auf dem Wohnungsmarkt führen.

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