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Gösserbräu bekommt neuen Pächter

10.08.2021 • 19:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hubert Hübler, Jasmin Fessler und Claus Haberkorn (v.l.) bei der Unterzeichnung des Pachtvertrags im Jahr 2013. <span class="copyright">Steurer</span>
Hubert Hübler, Jasmin Fessler und Claus Haberkorn (v.l.) bei der Unterzeichnung des Pachtvertrags im Jahr 2013. Steurer

Ab Oktober wird Bregenzer Traditionsgasthaus nicht mehr von Hubert Hübler geleitet.

Das Gösserbräu in Bregenz bekommt im Oktober einen neuen Pächter. Hubert Hübler, der das Traditionsgasthaus 2013 übernommen hat, zieht sich mit 30. September in den Ruhestand zurück.
Wer dem gebürtigen Steirer in dieser Position nachfolgt, ist weiter unklar. „Das ist bislang noch ein gut gehütetes Geheimnis, dessen Antwort auch ich noch nicht kenne“, erklärt Jasmin Fessler, die seit 2013 als Geschäftsführerin des Traditionsgasthauses fungiert, schmunzelnd. „Es gibt aber wohl bereits einen neuen Pächter.“

Dies bestätigte auch Eigentümer Claus Haberkorn auf NEUE-Anfrage. Um wen es sich jedoch bei dem neuen Pächter handelt und wie es mit dem Traditionsgasthaus weitergehen soll, will er allerdings noch nicht verraten. „Derzeit stecken wir noch in der Planung. Mitte September dürfte es dann konkretere Informationen von unserer Seite aus geben“, erklärt der Inhaber. Genaueres lässt sich der Besitzer nicht herauslocken.

Was passiert mit dem Team?

Ebenso unklar ist, was mit dem Geld passiert, das Hübler bei der Übernahme der Pacht investiert hat. Bevor der Gastronom das Gasthaus übernommen hat, wurde es von Haberkorn grundlegend renoviert. Auch der Noch-Pächter musste seinen Teil beitragen, im Vorfeld war damals von rund 300.000 Euro die Rede. Die Sanierung betrug dann mehrere Millionen Euro.

Doch nicht nur Hübler verlässt mit Ende September den Traditionsbetrieb, sondern auch das gesamte restliche Personal. Es macht den Anschein als wolle der neue Pächter das Restaurant neu aufstellen und habe keine Verwendung für das Personal. „Bislang war zumindest von einer Übernahme des Teams keine Rede“, erklärt Fessler.

Eine Entscheidung, welche die langjährige Gastwirtin ein wenig melancholisch stimmt: „Es ist ein eigenartiges Gefühl. Seit 25 Jahren arbeiten Hübler und ich nun bereits als Team zusammen, zunächst für diverse andere Gastronomie-Betriebe, seit 2013 im Gösserbräu.“ Doch das soll nun nach so langer Zeit vorbei sein: „Es ist traurig, ja. Aber das Haus besteht auf jeden Fall weiter – ob nun mit oder ohne mich.“

Keine Corona-Entscheidung

Der Rückzug des Pächters habe laut Fessler ausschließlich mit der anstehenden Pension zu tun. Gerüchte, das Gasthaus würde nicht gut laufen oder hätte aufgrund der Corona-Schließungen zu wenig Profit abgeworfen, verweist sie in die Welt der Fabeln.

„Uns hat Corona überraschender-, aber vor allem glücklicherweise, kaum getroffen. Dafür sind wir sehr dankbar.“ Die Entscheidung Hüblers habe auch nicht im Geringsten mit der Pandemie zu tun: „Es ist einfach der natürliche Lauf der Dinge“, weiß seine langjährige Weggefährtin.

Zumal es derzeit nach Aussagen der Geschäftsführerin sehr gut laufe. „Was in Bregenz in Zeiten der Festspielsaison und Corona-Lockerungen los ist, ist wirklich der reinste Wahnsinn“, erklärt Fessler. „Die Stadt wird quasi überflutet und das bekommen auch wir stark zu spüren. Auch an Tagen, an denen gar keine Veranstaltungen auf der Festspielbühne stattfinden, haben wir volles Haus.“

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