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Klage: Hausarzt schuld an Tod der Patientin

13.08.2021 • 19:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Tochter klagt in einem anhängigen Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch den ihre Mutter behandelnden Hausarzt auf 22.500 Euro an Schadenersatz. <span class="copyright"> Symbolbild/Hartinger</span>
Die Tochter klagt in einem anhängigen Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch den ihre Mutter behandelnden Hausarzt auf 22.500 Euro an Schadenersatz. Symbolbild/Hartinger

Tochter behauptet, Mutter würde ohne Absetzen von Medikament noch leben.

Mit 77 Jahren ist die Patientin aus dem Bezirk Bregenz im Juni 2020 im Landeskrankenhaus Feldkirch gestorben. Ihre Tochter klagt in einem anhängigen Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch nicht das Landeskrankenhaus, sondern den ihre Mutter behandelnden Hausarzt auf 22.500 Euro an Schadenersatz. Denn die Klägerin macht den praktischen Arzt für den Tod ihrer Mama ein Jahr nach ihrem Schlaganfall und ihrer Hirnblutung vom Juni 2019 verantwortlich.

Weil der Allgemeinmediziner drei Monate vor dem Tod der damaligen Bewohnerin eines Alten- und Pflegeheims im März 2020 per E-Mail an die Leitung des Sozialzentrums das Absetzen eines Medikaments angeordnet hat. Das Medikament verhindert die Neubildung oder die Vergrößerung von Blutgerinnseln.

Keine Kausalität

In dem Zivilprozess soll nun geklärt werden, ob es tatsächlich einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Absetzen des Medikaments und dem Tod der Patientin gegeben hat. In der ersten Gerichtsverhandlung hat die Zivilrichterin beschlossen, dazu mehrere medizinische Gutachten erstellen zu lassen.

Der Anwalt des beklagten Arztes sagte in der vorbereitenden Tagsatzung, es liege keine Kausalität vor. Die Mutter der Klägerin sei nicht gestorben, weil ihr das Medikament nicht mehr verabreicht worden sei. Der Hausarzt habe mit dem angeordneten Absetzen des Medikaments richtig gehandelt, meint der Beklagtenvertreter. Die Klage sei abzuweisen.

Medizinische Vorgeschichte

Im Juni 2019 hat die damals 76-jährige Frau einen Schlaganfall und eine Hirnblutung erlitten. Sie befand sich deswegen bis Juli 2019 im Landeskrankenhaus Rankweil und danach in einem Sozialzentrum. Im Jänner 2020 war die Patientin wegen des Verdachts auf Epilepsie einige Tage in den Landeskrankenhäusern Bregenz und Feldkirch und hernach wieder im Sozialzentrum.

Am 7. Juni 2020 wurde die Patientin wieder im Landeskrankenhaus Feldkirch aufgenommen, wo sie am 10. Juni 2020 verstorben ist. Nach ihrem Tod sei keine Obduktion zur Klärung der Todesursache vorgenommen worden, merkte der Beklagtenvertreter an.

Forderungen

Die Klägerin verlangt von der Haftpflichtversicherung des Allgemeinmediziners Trauerschmerzengeld, geerbtes Schmerzengeld, Todfallskosten und den Ersatz der Anwaltskosten im Verlassenschaftsverfahren. „Sie will wissen, ob ihre Mutter noch leben würde, wenn sie das Medikament weiter bekommen hätte“, sagte der Klagsvertreter.

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