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Sommer, Sonne, Maskenpflicht

13.08.2021 • 19:40 Uhr / 8 Minuten Lesezeit
Wie sieht die Situation im Ausland aus? Die NEUE hat bei Vorarlberger Urlaubern nachgefragt. <span class="copyright">Symbolbild/Shutterstock</span>
Wie sieht die Situation im Ausland aus? Die NEUE hat bei Vorarlberger Urlaubern nachgefragt. Symbolbild/Shutterstock

Vorarlberger Urlauber erzählen von der aktuellen Corona-Situation im Ausland.

Die Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung zur Bekämpfung der Pandemie sind jedem bekannt. Doch wie sieht die Situation im Ausland aus?
Die NEUE hat bei Vorarlberger Urlaubern nachgefragt.

3-G-Kontrolle? Fehlanzeige

Jürgen Kessler, Sardinien: „Eine Reise nach Sardinien sowie Tagesausflüge am Bodensee und am Berg standen heuer auf dem Programm unseres Familienurlaubs. Die Unterschiede waren doch recht deutlich. Auffallend war vor allem, dass in Vorarlbergs Gastronomie vorbildlich die 3G-Regel kontrolliert wird. Da waren schon in Deutschland Unterschiede spürbar. Keine Kontrolle auf der Fähre in Meersburg oder beim Restaurantbesuch in Konstanz. Gut vorbereitet traten wir dann mit Impfung, Tests und Online-Formular die Reise nach Sardinien an. Weder an der Grenze noch beim Betreten der Fähre in Genua erfolgte eine Kontrolle. Ebenso keine 3G-Nachschau im Hotel und schon gar nicht auf der Rückreise. Zur Ehrenrettung muss man sagen, dass das Maskentragen beim Betreten von Lokalen und Geschäften überall zum Standard zählte. Dazu tägliches Fiebermessen beim Frühstück und sogar die Liegen am Pool wurden regelmäßig desinfiziert.“

Jürgen Kessler. <span class="copyright">Handout/Privat</span>
Jürgen Kessler. Handout/Privat

Strenge Polizei-Kontrollen

Vanessa Gartner, Barcelona: „Wir sind Anfang Juli über Zürich nach Barcelona geflogen. Nach anfänglicher Skepsis und ein wenig Zurückhaltung – da die letzte große Reise ja doch schon fast zwei Jahre zurücklag – lief doch alles sehr Corona-konform ab. Bereits am Flughafen in der Schweiz wurde sich vorbildlich an alle Maßnahmen gehalten. Beispielsweise musste 48 Stunden vor Reiseantritt ein Formular mit dem genauen Flug inklusive Sitzplatznummer, Unterkunftdetails und Aufenthaltsdauer ausgefüllt werden. In Spanien selbst sahen die Maßnahmen dann etwas anders aus. Beispielsweise gab es keine 3G-Regel in den Gastronomiebetrieben, dafür mussten diese bereits um ein Uhr nachts schließen. Nachtclubs durften gar nicht öffnen. In manchen Modegeschäften durfte außerdem nichts anprobiert werden und die Maskenpflicht war allgegenwärtig. Die Einhaltung der Maßnahmen wurden streng von der Polizei kontrolliert.“

Vanessa Gartner.  <span class="copyright">Handout/Privat</span>
Vanessa Gartner. Handout/Privat

Eine Welt ohne Pandemie

Max Kemmerling, Oslo: „Diesen Sommer verbrachte ich meinen Urlaub in Norwegen. Sowohl am Flughafen als auch bei meiner Einreise wurde die Einhaltung der 3G-Regel kontrolliert, was auch zu erwarten war. Überraschend für mich war dann jedoch die Situation in Oslo selbst. Von einer Pandemie war dort nämlich gar nichts mehr zu spüren, es war wie der Eintritt in eine andere Welt. Ab dem Zeitpunkt des Verlassens des Flughafens waren Corona-Maßnahmen kein Thema mehr, weder Test- noch Maskenpflicht. Geimpft ist in der Bevölkerung kaum jemand. Durch das frühe Einschreiten der norwegischen Regierung zu Beginn der Pandemie scheint die Lage dennoch sehr gut unter Kontrolle zu sein.“

Max Kemmerling. <span class="copyright">Handout/Privat</span>
Max Kemmerling. Handout/Privat

Mit Handschuhen am Buffet

Claudia Probst, Kreta: „Wir sind gerade erst auf dem griechischen Inselparadies Kreta angekommen, aber bisher wirkt alles wirklich easy. In den Geschäften ist zwar das Tragen einer Maske verpflichtend, nach meinem Impfzertifikat hat mich jedoch bisher noch keiner gefragt. Auch beim Frühstück am Buffet ist das Tragen von Handschuhen und einem Mund-Nasen-Schutz verpflichtend, ansonsten gibt es allerdings nicht allzu viele Vorschriften. Gerade in Lokalen ist es üblich, dass auf jedem Tisch ein eigener Desinfektionsmittel-Spender angebracht wurde. Da wir uns allerdings in einem eher kleinen Hotel befinden, spielt sich eigentlich unser ganzer Alltag draußen an der frischen Luft und am Strand ab. Dort gibt es keine konkreten Vorschriften.“

Claudia Probst.  <span class="copyright">Handout/Privat</span>
Claudia Probst. Handout/Privat

Es gibt klare Sperrstunden

Medaur Sadrija, Pristina: „Bis auf den Flughafen werden auch im Kosovo die Corona-Maßnahmen verhältnismäßig locker gesehen. Maskenpflicht besteht nur in ausgewählten Geschäften, beispielsweise im Zara, ansonsten aber nirgendswo. Die Regelungen sind also ein bisschen lockerer als in Österreich, aber man merkt dennoch, dass die Leute aufpassen und versuchen Abstand zu halten, wenn es die Situation zulässt. Anders als bei uns gibt es hier dafür auch weiterhin eine klare Sperrstunde. Bars und Gastronomiebetriebe schließen bereits um 23 Uhr, Nachtlokale um ein Uhr nachts. Was mir auch aufgefallen ist, war, dass die Impfbereitschaft in Pristina, aber auch im Kosovo allgemein, sehr hoch ist. Viele wurden bereits geimpft und von den Übrigen haben sich viele bereits angemeldet.“

Medaur Sadrija.  <span class="copyright">Handout/Privat</span>
Medaur Sadrija. Handout/Privat

Gräben zwischen Ideologien

Andrea Fritz-Pinggera, Südtirol: „Ich war sehr verwundert darüber, dass man weder auf meiner Reise nach Südtirol noch in Konstanz meinen grünen Pass sehen wollte. In Konstanz wurde das mit den niedrigen Inzidenzzahlen begründet und in Südtirol hat sich die Lage mittlerweile geändert. Damals war gerade der Beschluss aus Rom unterwegs, dass bei steigender Inzidenz doch ein Nachweis erbracht werden muss. Als ich dort war, war das allerdings noch nicht nötig, nur das Tragen einer Maske war Pflicht. Alles in allem war die Lage an beiden Orten recht entspannt, das liegt aber in der Natur der Sache, wenn Urlaubsdestinationen Gäste empfangen. Jene Vorschriften, die es gab, wurden größtenteils eingehalten. Nur ein Mal erlebte ich, dass ein Mann einer Bäckerin unterstellte, ‚Nazi-Methoden‘ anzuwenden, weil diese ihn aufforderte, sich zu registrieren. Teilweise gibt es wirklich Gräben zwischen den verschiedenen Ideologien.“

Andrea Fritz-Pinggera.  <span class="copyright">Handout/Privat</span>
Andrea Fritz-Pinggera. Handout/Privat

Corona-Fälle im Camp

Steve Vogel, Galicien: „Für ein Surf-Camp zog es mich in die spanische Region Galicien. Die erste Woche dort schien alles sehr gemütlich, außer auf das durchgehende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes – auf der Straße – wurde nicht unbedingt großartig Wert auf die Einhaltung der Corona-Maßnahmen gelegt. Es wurde schnell deutlich, dass Spanien hierbei im Vergleich zu Österreich weit hinterherhinkt. Fast keiner der Spanier ist bislang geimpft und Corona-Tests gibt es nur auf Anfrage in der Apotheke zu kaufen. Und auch die 3G-Regel war eigentlich so gut wie kaum ein Thema, bis dann das Virus tatsächlich in unserem Camp Einzug hielt und mehrere Teilnehmer daran erkrankten. Schlussendlich kam es soweit, dass das Gesundheitsamt beschloss, das Camp mit sofortiger Wirkung zu schließen.“

Steve Vogel. <span class="copyright">Handout/Privat</span>
Steve Vogel. Handout/Privat

Viele pfeifen auf die Regeln

Hristina Nisheva, Kassandra: „Bei der Einreise nach Griechenland musste ich ganz normal entweder meinen Impfausweis oder einen PCR-Test vorzeigen. In Kassandra angekommen fiel mir jedoch sofort auf, dass die Leute weniger diszipliniert mit den Corona-Maßnahmen umgingen als hier in Österreich. Sowohl in Supermärkten als auch in Gastronomiebetrieben herrschte Maskenpflicht, daran gehalten hat sich aber so gut wie keiner. Und auch in Clubs wurde kein bisschen auf Abstand geachtet. Ähnliches erlebte ich auch in Bulgarien, wo mich meine Reise als nächstes hinführte. Nur in Supermärkten wurde hier auf das Tragen einer Maske bestanden; sollte man sich nicht daran halten, hatte dies jedoch auch keine Konsequenzen. Was mich jedoch sehr überrascht hat, war, als ich auf meiner Rückreise am Flughafen nicht einmal nach meinem Impfausweis oder einem gültigen PCR-Test gefragt wurde. Ich wurde ohne Kontrolle durchgewinkt.“

Hristina Nisheva. <span class="copyright">Handout/Privat</span>
Hristina Nisheva. Handout/Privat

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