Lokal

Mehr Einsätze für Vorarlberger Wasserretter

19.08.2021 • 19:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hinter den Einsatzkräften der Vorarlberger Wasserrettung liegt eine herausfordernde Zeit. Das zeigt eine erste Jahresbilanz. <span class="copyright">Sams</span>
Hinter den Einsatzkräften der Vorarlberger Wasserrettung liegt eine herausfordernde Zeit. Das zeigt eine erste Jahresbilanz. Sams

Schon jetzt musste die Wasserrettung häufiger ausrücken als noch im Vorjahr.

Die Corona-Krise brachte wohl jeden an seine Grenzen. Gerade auch hinter den Einsatzkräften der Vorarlberger Wasserrettung liegt eine herausfordernde Zeit. Das zeigt eine erste Jahresbilanz. „Bei den Einsatzzahlen können wir schon jetzt eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr feststellen. Insgesamt mussten unsere Einsatzkräfte heuer bereits 16 Personen retten. Letztes Jahr waren es um diese Zeit noch 13 Personen, 2019 sogar nur neun“, erklärt Landeseinsatzleiter Daniel Plaichner.

Landeseinsatzleiter Daniel Plaichner. <span class="copyright">ÖWR Vorarlberg</span>
Landeseinsatzleiter Daniel Plaichner. ÖWR Vorarlberg

Eine traurige Steigerung gab es auch im Bereich der Verstorbenen, welche die Rettungskräfte aus dem Wasser bergen mussten. Fünf waren es alleine schon in diesem Jahr – davon drei Suizide und zwei Unfälle im Fließgewässer. Im Vorjahr waren es noch drei Einsätze zur Bergung von Leichen gewesen, 2019 sogar keine einzige.

Gefahren des Wildbadens

Auf die Frage, worauf diese wachsenden Zahlen zurückzuführen sein könnten, antwortet der Landeseinsatzleiter: „Durch die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen scheint es mehr Menschen an die natürlichen Gewässer zu ziehen, wo sie sich nicht so sehr an die Maßnahmen gebunden fühlen. Auch der Wassersport boomt mehr denn je zuvor und viele paddeln auf den Gewässern ohne entsprechendes Risikobewusstsein.“

 Landesweit stehen 170 ehrenamtliche Rettungskräfte in einer Notsituation zum Abruf bereit.<span class="copyright">Hartinger</span>
Landesweit stehen 170 ehrenamtliche Rettungskräfte in einer Notsituation zum Abruf bereit.Hartinger

Ein Problem, dass sich jedoch nicht ausschließlich auf die Pandemie zurückführen lässt, wie Plaichner weiter erklärt. Denn eine eigene Analyse der Österreichischen Wasserrettung hat ergeben, dass die Zahl der Einsätze im Bereich von Bächen und Flüssen seit 2013 stetig angestiegen ist. „Das Bedürfnis nach Wildbaden steigt scheinbar stark an. Oft wird dabei jedoch die Strömung unterschätzt. Durch starke Regenfälle oder den Kraftwerksbetrieb kann es plötzlich zu einem raschen Wasseranstieg kommen – und dann sind die Personen auf unsere Rettung angewiesen.“

„Mobile Wasserretter“

Um diese Rettung gewährleisten zu können, stehen 170 ehrenamtliche Rettungskräfte aus ganz Vorarlberg jederzeit zum Abruf bereit. Doch die Situation in Zeiten der Pandemie hat gezeigt, dass neue Denkanstöße erforderlich sind, um die Sicherheit der Badegäste in Zukunft noch besser gewährleisten zu können.

Eine Analyse der Österreichischen Wasserrettung hat ergeben, dass die Zahl der Einsätze im Bereich von Bächen und Flüssen seit 2013 stetig angestiegen ist. <span class="copyright"> Sams</span>
Eine Analyse der Österreichischen Wasserrettung hat ergeben, dass die Zahl der Einsätze im Bereich von Bächen und Flüssen seit 2013 stetig angestiegen ist. Sams

Aus diesem Grund kommen nun im Zuge eines Pilotprojekts erstmals „Mobile Wasserretter“ zum Einsatz, die mit Fahrrädern die unbewachten Badeplätze abfahren. „Neben der regulären Alarmmannschaft wird damit die Hilfsfrist nochmals verkürzt, wenn ein Notfall auftritt“, erklärt Plaichner abschließend.

Tipps, um Wasserunfälle vorzubeugen:

1. Wetter checken: Egal, ob mit einem Mietboot, Kanu oder mit einem Stand-Up-Paddle, wer auf dem Bodensee oder einem anderen Gewässer unterwegs ist, sollte erst den Wetterbericht checken.

2. Geringer Rückzugsweg: Wer sich gerade bei ungünstigen Wetterverhältnissen dennoch auf das Wasser hinauswagt, sollte bereits im Vorfeld einen geringen Rückzugsweg abwägen, um im Notfall so schnell wie möglich wieder an Land kommen zu können.

3. Warnsignale beachten: Signale der Warnleuchten, etwa bei einer Starksturmwarnung, sollten jederzeit ernstgenommen werden.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.