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Häftling verletzte Justizwachebeamten

27.08.2021 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Häftling hat nach Darstellung der Staatsanwaltschaft dem ihn bewachenden Justizwachebeamten den rechten Daumen umgedreht und ihm so einen Kapselriss zugefügt. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Der Häftling hat nach Darstellung der Staatsanwaltschaft dem ihn bewachenden Justizwachebeamten den rechten Daumen umgedreht und ihm so einen Kapselriss zugefügt. Symbolbild/Hartinger

Psychiatrisches Gutachten soll klären, ob der Angeklagte zurechnungsfähig war.

Der Häftling hat nach Darstellung der Staatsanwaltschaft im Februar in der Notaufnahme des Landeskrankenhauses Feldkirch dem ihn bewachenden Justizwachebeamten den rechten Daumen umgedreht und ihm so einen Kapselriss zugefügt. Angeklagt wurde der 44-jährige Unterländer demnach wegen schwerer Körperverletzung.

Im Strafprozess am Landesgericht Feldkirch erging am Donnerstag noch kein Urteil. Richter Christoph Stadler hat die Verhandlung zur Einholung eines psychiatrischen Gutachtens vertagt. Ein Sachverständiger soll klären, ob der Angeklagte zur Tatzeit zurechnungsfähig war.

Angeklagter litt unter Psychose

Im Landeskrankenhaus Rankweil wurde bei dem Mann am Tag des Vorfalls eine vorübergehende Psychose festgestellt. Demnach war er nicht zurechnungsfähig. Wegen dieser Diagnose hat die Justizanstalt das interne Disziplinarverfahren gegen den Häftling mit dem Hinweis auf dessen Zurechnungsunfähigkeit eingestellt.

Sollte auch das Gerichtsgutachten dem 44-Jährigen Zurechnungsunfähigkeit bescheinigen, würde ihm eine Einweisung auf unbestimmte Zeit in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher drohen, also in die geschlossene psychiatrische Abteilung eines Spitals oder in ein psychiatrisches Gefängnis.

Sollte er zurechnungsfähig gewesen sein, würde sich für den Fall eines Schuldspruchs die mögliche Höchststrafe von drei auf viereinhalb Jahre Gefängnis erhöhen. Denn der achtfach Vorbestrafte ist in den letzten fünf Jahren schon zu zwei einschlägigen Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Keine Erinnerung

Der Angeklagte sagte, er habe keine Erinnerung mehr an den Vorfall. Er wisse nur noch, dass er in seiner Zelle Angst vor Übergriffen durch seinen Mithäftling gehabt habe und danach in zwei Krankenhäuser gebracht worden sei. Laut Strafantrag wurde der Häftling ärztlich untersucht, weil er sich aggressiv und auffällig verhalten hat.