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Mobbing: Ex-Lehrer verklagt Republik

31.08.2021 • 19:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">Symbolfoto Hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch. Symbolfoto Hartinger

Pädagoge behauptet, er wäre gemobbt worden, sodass er Frühpension antrat.

Einen Mobbingprozess gegen die Republik Österreich führt ein frühpensionierter Lehrer. Der Kläger fordert Schadenersatz für erlittene psychische Gewalt. Er behauptet, als damaliger Lehrer einer Bundesschule sei er jahrelang vom Schuldirektor, von Lehrerkollegen und von der Bildungsdirektion gemobbt worden. Dabei sei er Opfer von Rechtsbrüchen geworden. Die erlittenen Kränkungen hätten ihn krank gemacht. Er sei dienstunfähig geworden und habe sich deshalb in den vorzeitigen Ruhestand versetzen lassen müssen.

Versuchter Prozessbetrug?

In dem anhängigen Zivilprozess fand am Dienstag am Landesgericht Feldkirch eine weitere Verhandlung statt. Dabei wiederholte Klagsvertreter Bertram Grass die Vorwürfe und bezeichnete die Einwendungen der Streitgegner als falsch. Martin Mennel warf als Anwalt des Schuldirektors, dem die Republik den Streit verkündet hatte, dem Kläger sogar versuchten Prozessbetrug vor. Weil der Kläger mit falschen Behauptungen das Gericht zu täuschen versuche, um seine unberechtigten Schadenersatzforderungen durchzusetzen. Zivilrichter Robert Renzler merkte dazu an, er überlege, ob er den Gerichtsakt der Staatsanwaltschaft vorlegen werde. Möglicherweise müsse die Strafverfolgungsbehörde prüfen, ob ein versuchter Betrug vorliege oder eine Verleumdung.

Rechtsanwalt Brtarm Grass (2014). <span class="copyright">Steurer</span>
Rechtsanwalt Brtarm Grass (2014). Steurer

Nebentätigkeiten

Nebenintervenientenvertreter Mennel sagte im Gerichtssaal, er gehe davon aus, dass der Kläger gesundheitlich gar nicht beeinträchtigt sei. Sollte der Kläger doch psychisch angeschlagen sein, habe das aber nichts mit seiner Tätigkeit als Lehrer zu tun. Weil der Kläger an der Schule nicht gemobbt worden sei. Gesundheitlich beeinträchtigt haben könnten den Kläger allenfalls seine beruflichen und privaten Nebentätigkeiten. Der Lehrer habe nämlich auch noch an anderen Bildungseinrichtungen unterrichtet und zudem eine Sicherheitsfirma betrieben. Des Weiteren habe er als Mastermind einen nervlich belastenden und letztlich verlorenen Erbschaftsprozess seiner klagenden Gattin gegen deren Mutter und Bruder orchestriert, sagte der Anwalt. Mennel vertrat in dem Erbschaftsverfahren am Landesgericht die beklagten Parteien.

Undankbarkeit

Die Behauptung der Gattin des Lehrers in dem Erbprozess, ihre Mutter habe sie um ein Millionenerbe betrogen, habe dazu geführt, dass sie in einem weiteren Verfahren wegen ihrer Undankbarkeit geschenkt erhaltene 300.000 Euro und eine geschenkte Liegenschaft ihrer Mutter zurückgeben habe müssen.