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Aus Angst vor Strafe Radarbox beschädigt

01.09.2021 • 09:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Radarbox im Bregenzerwald beschädigt.<span class="copyright"> Symbolfoto Hartinger</span>
Radarbox im Bregenzerwald beschädigt. Symbolfoto Hartinger

Autofahrer und Beifahrer schlugen mit Hammer auf Radargerät ein.

Ein Autolenker war am 14. Mai zu schnell unterwegs und fuhr an einer Radarbox im Bregenzerwald vorbei. Er befürchtete eine BH-Geldstrafe wegen Geschwindigkeitsüberschreitung. Der Pkw-Fahrer ärgerte sich mehr über die Radarbox als über sein Fehlverhalten im Straßenverkehr. Er und sein Beifahrer rächten sich auf ihre Weise. Sie schlugen mit einem Vorschlaghammer auf die Lasermesskabine ein. Dabei entstand durch zersplittertes Glas und Lackschäden ein Schaden von 604,80 Euro.
Dem unbescholtenen Autofahrer gewährte die Staatsanwaltschaft Feldkirch eine Diversion. Das Strafverfahren wird eingestellt werden, wenn der Beschuldigte 40 Stunden gemeinnützige Gratisarbeit verrichtet.

Schwere Sachbeschädigung

Der 19-jährige Beifahrer hingegen wurde wegen schwerer Sachbeschädigung an einer staatlichen Infrastruktur angeklagt. Denn die Staatsanwaltschaft hat in der Vergangenheit schon zwei gegen ihn geführte Strafverfahren diversionell erledigt, einmal mit einem außergerichtlichen Tatausgleich und danach mit einer Geldbuße. Der angeklagte junge Landwirt mit dem Netto-Einkommen von 900 Euro wurde am Dienstag am Landesgericht zu einer Geldstrafe von 960 Euro (240 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 480 Euro. Die anderen 480 Euro wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen. Das Urteil, mit dem der Angeklagte einverstanden war, ist nicht rechtskräftig.

Milderungsgründe

Die mögliche Höchststrafe wäre zwei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte teilbedingte Geldstrafe entspricht vier Monaten Haft. „Eine Haftstrafe wäre zu streng“, sagte Richterin Sabrina Tagwercher. Sie verwies dazu auf die Milderungsgründe: junger Erwachsener, geständig, unbescholten, vollständige Wiedergutmachung des Schadens. Der einzige Erschwerungsgrund war die Begehung der Straftat mit einem Mittäter.