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Langzeitarbeitslosigkeit nimmt weiter zu

01.09.2021 • 19:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Rechnet man die Arbeitssuchenden in Schulung weg, sind derzeit 286.277 Personen arbeitslos gemeldet.<span class="copyright">Sams</span>
Rechnet man die Arbeitssuchenden in Schulung weg, sind derzeit 286.277 Personen arbeitslos gemeldet.Sams

Vorarlberg bildet bei der Arbeitsmarkt-Entwicklung das Schlusslicht.

Die Arbeitslosenzahlen sind weiterhin rückläufig, im August waren 347.312 Österreicher auf Jobsuche, das sind um 75.598 Personen weniger als im Vorjahresmonat. Rechnet man die Arbeitssuchenden in Schulung weg, so sind derzeit 286.277 Personen arbeitslos gemeldet, ein Minus von 23 Prozent, wobei der Rückgang bei den Frauen etwas geringer ausfiel als bei den Männern. Das größte Minus verzeichnete Salzburg mit 32,5 Prozent, Schlusslichter sind Vorarlberg und Wien mit minus 20 Prozent.

„Langzeitarbeitslose profitieren noch nicht von den guten wirtschaftlichen Entwicklungen. Im Gegenteil, die Zahl der Personen, die bereits über ein Jahr einen Job suchen, hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht“

Bernhard Bereuter, AMS Vorarlberg-Geschäftsführer

Vorgemerkte Arbeitslose

„Insgesamt entwickelt sich der Arbeitsmarkt sehr erfreulich“, zeigt sich AMS Vorarlberg-Geschäftsführer Bernhard Bereuter trotz allem zuversichtlich, gesteht aber dennoch ein: „Wir liegen aber immer noch um rund 1000 Arbeitslose über dem Vorkrisenniveau.“ 10.316 Personen waren zum Stichtag Ende August 2021 beim AMS-Vorarlberg arbeitslos gemeldet – davon 5279 Frauen und 5037 Männer. Knapp ein Drittel (3436) davon sind ausländischer Herkunft, 585 sind Konventionsflüchtlinge und subsidiär Schützlinge.

Bernhard Bereuter, AMS Vorarlberg-Geschäftsführer.  <span class="copyright">SAMS</span>
Bernhard Bereuter, AMS Vorarlberg-Geschäftsführer. SAMS

Insgesamt entsprechen diese Zahlen einem Rückgang von 2593 vorgemerkten arbeitslosen Personen (20,1 Prozent). Im Vorkrisenjahr lag der Wert noch bei 9230 vorgemerkten Personen. Mit einer Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent liegt Vorarlberg deutlich unter dem Bundesschnitt von 6,9 Prozent. Tirol (3,6 Prozent), Salzburg (3,7 Prozent), Oberösterreich (4,5 Prozent) sowie die Steiermark (5,6 Prozent) schnitten im Vergleich um einiges besser ab.

Langzeitarbeitslose in der Krise

Das große Sorgenkind sind und bleiben derzeit die Langzeitarbeitslosen, wie auch der AMS-Vorarlberg-Geschäftsführer be­stätigt: „Unsere größte Herausforderung sehen wir aktuell im Abbau der Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen. Diese Personengruppe profitiert noch nicht von den guten wirtschaftlichen Entwicklungen. Im Gegenteil, die Zahl der Personen, die bereits über ein Jahr einen Job suchen, hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht“, zeigt sich Bereuter über die aktuellen Entwicklungen besorgt.

10.316 Personen waren zum Stichtag Ende August 2021 beim AMS Vorarlberg arbeitslos gemeldet. <span class="copyright">Hartinger</span>
10.316 Personen waren zum Stichtag Ende August 2021 beim AMS Vorarlberg arbeitslos gemeldet. Hartinger

So liegt die Zahl der Langzeitarbeitslosen nach derzeitigem Stand bei 3015. Dies entspricht einem Zuwachs von 654 Personen (+27,7 Prozent) verglichen mit den Zahlen des Vorjahres. „Wenn wir das Vorkrisenniveau erreichen wollen, müssen wir mit allen Mitteln die weitere Verfestigung der Langzeitbeschäftigungslosigkeit verhindern. Im Rahmen der Beschäftigungsoffensive Sprungbrett werden wir mit gezielten arbeitsmarktpolitischen Angeboten die Arbeitsmarktchancen der Betroffenen verbessern“, erklärt der AMS-Landesgeschäftsführer bestimmt.

Weitere bundeslandbezogene Arbeitsmarktdaten gibt es online auf den Websites der verschiedenen AMS-Landesgeschäftsstellen unter www.ams.at.

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