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Sieben Jahre Haft wegen schweren Missbrauchs

01.09.2021 • 19:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch. hartinger

75-Jähriger missbrauchte psychisch beeinträchtigten 26-Jährigen.

Bereits zum zweiten Mal ist der seit seiner Geburt an einer Intelligenzminderung leidende Oberländer sexuell schwer missbraucht worden. Im Vorjahr wurde der 26-Jährige nach Ansicht der Richter Opfer eines ehemaligen Nachbarn. Als Kind war er von seinem Vater missbraucht worden, der dafür vor zwei Jahrzehnten zu einer langen Haftstrafe verurteilt wurde. Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der 75-jährige Angeklagte den psychisch beeinträchtigten jungen Mann zwischen Mai und Juli 2020 fünf Mal missbraucht. Dadurch erlitt das Opfer laut Urteil eine Anpassungsstörung, die einer schweren Körperverletzung gleichkommt. Das trug dem türkischen Angeklagten am gestrigen Mittwoch beim Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen der Verbrechen des sexuellen Missbrauchs einer psychisch beeinträchtigten Person ein.

Das Urteil

Der unbescholtene Pensionist wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt. Er hat dem mutmaßlichen Opfer als Schmerzengeld 1980 Euro zu bezahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Verteidiger meldete sofort Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung an, Staatsanwalt Markus Fußenegger Strafberufung.
Der Strafrahmen betrug wegen der schweren Körperverletzung nicht 1 bis 10 Jahre Gefängnis, sondern 5 bis 15. Mildernd wurde die Unbescholtenheit des Angeklagten gewertet, erschwerend das Vorliegen von mehreren Verbrechen.

Strafberufung an, Staatsanwalt Markus Fußenegger Strafberufung.
Der Strafrahmen betrug wegen der schweren Körperverletzung nicht 1 bis 10 Jahre Gefängnis, sondern 5 bis 15. Mildernd wurde die Unbescholtenheit des Angeklagten gewertet, erschwerend das Vorliegen von mehreren Verbrechen.

Vorwürfe bestritten

Der Angeklagte aus dem Bezirk Bludenz bestritt die Vorwürfe und beantragte einen Freispruch. Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Thomas Wallnöfer hielt seine Angaben aber für unglaubwürdig. Geglaubt hat die Mehrheit des vierköpfigen Schöffensenats dem mutmaßlichen Opfer, der den Angeklagten vor der Polizei und bei der gerichtlichen kontradiktorischen Einvernahme vor der Hauptverhandlung belastet hat. Der in einem betreuten Wohnheim untergebrachte 26-Jährige gab unter anderem an, der mit seiner Familie befreundete Angeklagte habe ihn im Auto von der Arbeit abgeholt und dann in der Wohnung des Beschuldigten missbraucht.

Vertrauensstellung ausgenützt

Der Angeklagte habe, so Richter Wallnöfer, seine Vertrauensstellung als langjähriger Freund der Familie ausgenützt. Das Opfer habe ihm gesagt, dass er die sexuellen Handlungen nicht wolle. Weil seine Intelligenz nur der eines neun- bis zwölfjährigen Kindes entspreche, habe sich der junge Mann aber nicht ausreichend gegen die Übergriffe wehren können.

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