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Raserunfall: Junge Mitfahrerin starb

07.09.2021 • 18:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei dem Verkehrsunfall am 2. Mai in Krumbach starb die 15-jährige Mitfahrerin noch an der Unfallstelle. Sie hätte nach Ansicht des Gerichtsmediziners Walter Rabl überlebt, wenn sie angegurtet gewesen wäre.  <span class="copyright">Maurice Shourot</span>
Bei dem Verkehrsunfall am 2. Mai in Krumbach starb die 15-jährige Mitfahrerin noch an der Unfallstelle. Sie hätte nach Ansicht des Gerichtsmediziners Walter Rabl überlebt, wenn sie angegurtet gewesen wäre. Maurice Shourot

Geldstrafe und bedingte Haftstrafe nach Unfall, bei dem 15-Jährige starb.

Wegen grob fahrlässiger Tötung und grob fahrlässiger Körperverletzung wurde der unbescholtene und geständige Lehrling am Dienstag am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von vier Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1440 Euro (360 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt.

Aus Auto geschleudert

Das Urteil ist nur deshalb nicht rechtskräftig, weil der Angeklagte in der Hauptverhandlung keinen Verteidiger hatte und deshalb automatisch drei Tage Bedenkzeit erhielt. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht zehn Monaten Haft.

Die viel größere Strafe sei für den 19-Jährigen, dass er ein Menschenleben auf dem Gewissen habe, merkte Strafrichterin Sabrina Tagwercher an. Denn bei dem Verkehrsunfall am 2. Mai in Krumbach starb die 15-jährige Mitfahrerin noch an der Unfallstelle. Sie hätte nach Ansicht des Gerichtsmediziners Walter Rabl überlebt, wenn sie angegurtet gewesen wäre. Die Jugendliche sei aus dem Mercedes geschleudert und vom sich sechs Mal überschlagenden Auto getroffen worden, sagte Staatsanwältin Karin Dragosits.

130 statt 60 km/h

Grob fahrlässig habe sich der Angeklagte verhalten, weil er bei leichtem Regen auf der nassen Langeneggerstraße mit 130 bis 140 statt der erlaubten 60 Stundenkilometern gefahren sei, sagte Richterin Tagwercher. Sein Mercedes wurde in einer langgezogenen Linkskurve nach rechts in eine Wiese geschleudert und prallte dort gegen einen Holzstapel und einen abgesägten Baum.

Der damals 18-jährige Fahrer und die nicht angegurtete 16-jährige Mitfahrerin wurden schwer verletzt. Zwei angeschnallte Mitfahrer im Alter von 17 und 18 Jahren kamen mit leichten Blessuren davon. Die Mutter der ums Leben gekommenen 15-Jährigen sagte als Zuschauerin vor Gericht, sie habe dem Angeklagten verziehen und keinen Hass auf ihn.