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Großdealer muss nicht ins Gefängnis

08.09.2021 • 19:11 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte hat nach eigenen Angaben zwischen November 2019 und April 2021 insgesamt 11,6 Kilo Cannabis um 116.000 Euro verkauft. <span class="copyright">Symbolbild/Shutterstock</span>
Der Angeklagte hat nach eigenen Angaben zwischen November 2019 und April 2021 insgesamt 11,6 Kilo Cannabis um 116.000 Euro verkauft. Symbolbild/Shutterstock

Zwei bedingte Haftjahre für Verkauf von insgesamt 11,6 Kilogramm Cannabis.

Ein „falsches Signal“ für den Angeklagten und die Allgemeinheit sei die allzu milde Strafe, sagte Staatsanwalt Markus Fussenegger. Er hat am Ende der Hauptverhandlung sofort Strafberufung zum Nachteil des Angeklagten angemeldet. Nach Ansicht des öffentlichen Anklägers sollte, wie auch in vergleichbaren Drogenverfahren, zumindest ein Teil der Freiheitsstrafe vollzogen werden. Sodass der 21-jährige Arbeiter mit einer Fußfessel seiner Arbeit weiterhin nachgehen kann.

11,6 Kilo Cannabis verkauft

Der Angeklagte hat nach eigenen Angaben zwischen November 2019 und April 2021 insgesamt 11,6 Kilogramm Cannabis um 116.000 Euro verkauft und seit November 2014 2,4 Kilogramm Cannabis und eine geringe Menge Kokain konsumiert. Trotz der hohen verkauften Drogenmenge kam der unbescholtene und geständige Oberländer am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch mit einer für eine Probezeit von drei Jahren bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von zwei Jahren davon.

Demnach müsste der drogensüchtige Dealer also nicht ins Gefängnis oder in den elektronisch überwachten Hausarrest und keine Geldstrafe bezahlen. Aber wegen der Strafberufung des Staatsanwalts wird nun in zweiter Instanz das Oberlandesgericht Innsbruck über die Sanktion entscheiden. Der Strafrahmen für das Verbrechen des Suchtgifthandels, für den Therapie statt Strafe nicht möglich ist, beträgt 1 bis 15 Jahre Gefängnis.

Bewährungsauflage

Der Schöffensenat erteilte dem Angeklagten als Bewährungsauflage die Weisung, seine begonnene ambulante Drogentherapie fortzusetzen. Zudem hat er der Republik als sogenannten Verfall 25.000 Euro zu überweisen.
Staatsanwalt Fussenegger wies darauf hin, dass das Gesetz als Verfallsbetrag eigentlich den gesamten erzielten Umsatz aus den kriminellen ­Geschäften vorsehe, also 116.000 Euro. Der ­Schöffensenat ging aber davon aus, dass ein derart hoher Betrag nicht einbringlich zu ­machen wäre.

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