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Mängel bei Datenlage auch in Vorarlberg

20.09.2021 • 20:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Rechnungshofpräsidentin Margit Kraker wird in den kommenden Monaten den endgültigen Bericht veröffentlichen.<br><span class="copyright">APA/HERBERT PFARRHOFER</span>
Rechnungshofpräsidentin Margit Kraker wird in den kommenden Monaten den endgültigen Bericht veröffentlichen.
APA/HERBERT PFARRHOFER

Rechnungshof: Pandemiedaten wurden teilweise nur schlampig gesammelt.

Vorarlberg hat bei der Dokumentation der Pandemie Aufholbedarf. Das zeigt ein Rohbericht des Rechnungshofes. In diesem wurde vor allem der Umgang des Bundes und der Länder Oberösterreich und Salzburg mit der Pandemie untersucht. Dabei wurden aber auch Daten der übrigen Länder ausgewertet.

Praktisch keine Daten

Dabei zeigt sich, dass Vorarlberg seit dem Vorjahr praktisch keine Zahlen zum Zeitraum, der zwischen Diagnose und Absonderung positiver Patienten vergeht, an das Epidemiologische Meldesystem (EMS) des Bundes übermittelt hat. Der Rechnungshof bewertet die gelieferten Zahlen wegen der wenigen Fälle österreich­weit als kaum valide. Laut Land werde das Datum des Beginns der Absonderung ins EMS eingetragen. Zudem werde das Diagnosedatum der Ages mitgeteilt und „auch im EMS vom Labor eingetragen“. Dort fehlten die Diagnosedaten aus Vorarlberg aber in 68 Prozent der Fälle. Beim Land beteuert man indes, dass die Daten an den Bund gemeldet würden. Allerdings fehlte bei drei Viertel der Vorarlberger Eintragungen im EMS auch das Erkrankungsdatum.
Die Meldung der gezählten Kontaktpersonen im EMS hat Vorarlberg fast völlig unterlassen. „Zum Zeitpunkt der Eintragung eines positiven Falles ins EMS ist die Anzahl der Kontaktpersonen noch nicht bekannt und kann deshalb nicht eingetragen werden. Eine Nacherfassung der sich täglich ändernden Anzahl der Kontaktpersonen zu einem Fall ist nicht möglich“, heißt es dazu vom Land. Anderen Ländern gelang jedoch das Unmögliche. Zwar wurden laut Rechnungshof bundesweit in den meisten Fällen „Kontaktpersonen bzw. deren Anzahl im EMS nicht eingetragen“, im Gegensatz zu den übrigen Bundesländern stoppte Vorarlberg die Eintragung ab Juni 2020 aber fast gänzlich. Zwischen März 2020 und Jänner 2021 wurden in fünf Monaten überhaupt keine Zahlen dazu ins EMS eingemeldet. Insgesamt wurden in elf Monaten nur 1148 Kontaktpersonen gemeldet.

Zum Vergleich: Das Burgenland meldete im selben Zeitraum beinahe zehn Mal so viele Fälle. Der Rechnungshof bemängelte die Qualität der eingetragenen Daten insgesamt. Der Wert für Vorarlberg sei „aufgrund der geringen Zahl der Eintragungen wenig aussagekräftig“. Wissenschafter kritisieren die mangelhafte Datenlage seit Langem.