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Ziel: Klimaneutrale Verwaltung

21.09.2021 • 20:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Fuhrpark des Landes: 57 von 185 Fahrzeugen werden elektrisch betrieben. <span class="copyright">hartinger</span>
Der Fuhrpark des Landes: 57 von 185 Fahrzeugen werden elektrisch betrieben. hartinger

Land reduziert CO2-Emissionen. Aufholbedarf besteht beim Fuhrpark.

Vor knapp einem Jahr wurde im Landeshochbauamt in Feldkirch der letzten verbliebenen Ölheizung in einem Verwaltungsgebäude des Landes der Garaus gemacht. Ersetzt wurde die CO2-Schleuder durch eine umweltfreundliche Wärmepumpe – und auf das Dach des Gebäudes kommt eine 144 Quadratmeter große Fotovoltaikanlage.
Die Sanierung des 60er-Jahre-Baus in der Montfortstadt ist nur eine von zahlreichen Maßnahmen des sogenannten „MissionZeroV“-Programms, im Rahmen dessen die CO2-Emmissionen in der Landesverwaltung bis zum Jahr 2040 möglichst ganz vermieden werden sollen. Die im Dezember 2018 im Landtag beschlossene Initiative umfasst sämtliche Gebäude der Landesverwaltung, den Fuhrpark sowie die Dienstreisen. In einem Zwischenbericht legte die Regierung gestern erste positive Ergebnisse vor.

12 Prozent weniger CO2

So konnte seit Beginn der „Mission“ vor knapp drei Jahren der CO2-Ausstoß um zwölf Prozent auf 3459 Tonnen gesenkt werden. Reduziert werden konnten somit auch die Ölheizungen in landeseigenen Objekten. Mit Stand 2017 waren es noch 13 Gebäude, mittlerweile sind nur noch in zwei Häusern, die allerdings keine Verwaltungsgebäude sind, Ölkessel in Betrieb. Hochbaulandesrat Marco Tittler wies darauf hin, dass der Anteil erneuerbarer Energieträger zur Beheizung und Kühlung des Gebäudebestands des Landes Vorarlberg schon bei 67 Prozent liege. Bis 2030 soll er 90 Prozent betragen. Dort, wo ein CO2-Ausstoß nicht komplett vermieden werden kann, werden Emissionen mit einem Geldwert kompensiert.

Auch die landeseigenen Unternehmen sowie Betriebe mit mehr als 50 Prozent Landesbeteiligung werden künftig Teil der „MissionZeroV“. „Dadurch ist etwa mit der Krankenhausbetriebsgesellschaft einer der größten Arbeitgeber Vorarlbergs dabei, ebenso unter anderem die FH Vorarlberg, das Olympiazentrum oder die Kulturhäuser“, kündigt Landeshauptmann Markus Wallner die Erweiterung des Programms an.
Spätestens bis Ende 2022 haben die Unternehmen jeweils einen Bericht über die geplante Umsetzung vorzulegen. Der Fortschritt wird analog der „MissionZeroV“ jährlich dokumentiert. Dem Landtag wird alle drei Jahre Bericht erstattet.

Im April 2021 wurde der letzte Ölkessel im einem Verwaltungsgebäude des Landes abgebrochen. <span class="copyright">hartinger</span>
Im April 2021 wurde der letzte Ölkessel im einem Verwaltungsgebäude des Landes abgebrochen. hartinger

Kommunales Engagament

Darüber hinaus sind auch mehrere e5-Gemeinden auf dem Weg, ein Teil der Initiative zu werden und sich klimaneutral zu organisieren. Umweltlandesrat Johannes Rauch unterstrich das kommunale Engagement: „Über 50 Gemeinden haben sich schon dem e5-Programm angeschlossen. Das ist entscheidend, weil die nächsten zehn Jahre hinsichtlich der Erderwärmung entscheidend sind.“

Fuhrpark der Landes

Auch was den Fahrzeugpool des Landes betrifft, konnten Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) und Umweltlandesrat Johannes Rauch (Grüne) gestern Positives berichten. So konnte die Anzahl der mit E-Autos zurückgelegten Kilometer von 2017 auf 2019 mehr als verdoppelt werden. 2020 waren 57 der insgesamt 185 Verwaltungsfahrzeuge des Landes E-Pkw, zudem sollen heuer sieben weitere elektrisch betriebene Fahrzeuge angeschafft werden. Ende 2019 brachte es das Land auf 49 E-Autos, vor vier Jahren fanden sich gar nur 24 E-Autos unter 166 Landesfahrzeugen.

Diesel-Limousinen der Regierung

Die Landesregierung selbst wird dem vielgepriesenen Vorbildcharakter bei der Elektromobilität allerdings nicht gerecht. Denn wie aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung im Frühjahr hervorgeht, werden die Regierungsmitglieder sowie Landtagspräsident Harald Sonderegger allesamt in Diesel-Luxuslimousinen durch das Land chauffiert. Nur zwei der insgesamt acht zur Verfügung stehenden Dienstwagen sind Plug-in-Hybridmodelle und somit etwas umweltfreundlicher unterwegs. Als Hauptgrund dafür, dass die Regierungsmitglieder keine rein elektrisch betriebenen Kraftfahrzeuge nutzen, wird in der Anfragebeantwortung deren eingeschränkte maximale Reichweite genannt. Wallner versicherte gestern auf NEUE-Nachfrage, dass selbstverständlich auch die Regierungsmitglieder auf E-Mobilität umsteigen werden, sobald es die Technologie zulasse.

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