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Führungsstreit in der SPÖ geht weiter

22.09.2021 • 20:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hopfner und Ritsch in besseren Zeiten. <span class="copyright">Neue</span>
Hopfner und Ritsch in besseren Zeiten. Neue

Vorarlberger SPÖ verlängert das Dramolett um ihren zukünftigen Vorsitzenden.

Die Vorarlberger SPÖ kämpft nach wie vor um eine neue Führung und mit sich selbst. Nachdem die Parteispitze auf Geheiß ihres Vorsitzenden Martin Staudinger bei einer Aussprache am Montagabend vier Mal den Sitzungsort gewechselt hatte, um den Medien zu entkommen, stand auch nach mehreren Stunden kurz nach 1 Uhr noch kein Ergebnis der Beratungen fest.

Staudingers Wunscherbe

Staudinger, der sich für seine Nachfolge als Chef der Ländleroten den Klubobmann im Landtag, Thomas Hopfner, wünscht, konnte sich mit dieser Wahl im Parteivorstand erwartungsgemäß nicht durchsetzen. Nachdem ein Telefongespräch zwischen Hopfner und dem Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch mitgeschnitten und weitergeleitet worden sein soll, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.
In der Sitzung am Dienstag soll Hopfner weder bereit gewesen sein, sich zu entschuldigen, noch wollte er bekannt geben, wer das Gespräch mitgefilmt (sic) haben soll. Ritsch hatte ihm angeboten, im Fall einer Entschuldigung die Ermächtigung zur Strafverfolgung zurückzuziehen.

Leiter ziert sich

Der derzeit offenbar einzige mehrheitsfähige Kandidat, der ehemalige Bludenzer Vizebürgermeister Mario Leiter, ziert sich indes, dem Ruf der Partei zu folgen. Im April hatte er noch seinen Rücktritt von allen Ämtern verkündet und im Gegenzug die Leitung der Bludenzer Stadtpolizei übernommen.

Zwischenzeitlich hatte er zwar eine Kandidatur für den Parteivorsitz für möglich gehalten, mittlerweile kann er sich aber nicht mehr vorstellen, neben seiner Tätigkeit als Polizeikommandant auch noch sofort die Führung der Vorarlberger SPÖ zu übernehmen. Sein im ORF-Interview geäußerter Vorschlag, Staudinger möge den Vorsitz interimistisch weiterführen, fand jedoch ebenfalls keine Mehrheit.
Da die Frist für die Anmeldung von Kandidaturen bald endet, könnten Staudinger und Hopfner nun auf Zeit spielen. Solange die Gegenseite keinen eigenen Wunschvorsitzenden präsentiert, bleibt der Klubobmann die einzige Wahl. Dementsprechend versucht man nun im Lager von Ritsch und Leiter, einen Gegenkandidaten aufzustellen. Der Dornbirner SPÖ-Chef Markus Fäßler, der zwischenzeitlich im Gespräch war, soll bereits abgewunken haben. Sollte Staudinger nicht bereit sein, sein Mandat zu verlängern, sucht man weiter nach einem Gegenkandidaten.

Disziplinäre Folgen

Für Hopfner könnte die Affäre rund um sein Telefonat mit Michael Ritsch noch unangenehme Folgen haben. Abgesehen von den laufenden strafrechtlichen Ermittlungen könnte dem Polizeioffizier, der nach wie vor an der Polizeischule unterrichtet, auch eine disziplinarrechtliche Untersuchung drohen. Bisher ist allerdings weder klar, ob Hopfner die Aufzeichnung des Gesprächs veranlasst, noch, ob er mit der möglichen Weitergabe etwas zu tun hatte.