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Corona-Anklage: Söhne zum Essen eingeladen

29.09.2021 • 20:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/Hartinger

Corona-Kranker missachtete Quarantäne-Bescheid der BH.

Das Vergehen der vorsätzlichen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten wirft die Staatsanwaltschaft Feldkirch dem Angeklagten vor. Denn der von der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn unter Quarantäne gestellte Corona-Kranke hat am 30. April verbotenerweise Besuch empfangen. Der geschiedene 51-Jährige hat damals seine Söhne zum Mittagessen eingeladen. Damit habe er seine Kinder der Gefahr ausgesetzt, sie mit dem Coronavirus anzustecken, so der Vorwurf im Strafantrag.

Im Strafprozess am Landesgericht Feldkirch wurde am Mittwoch noch kein Urteil gesprochen. Denn Richter Dietmar Nußbaumer hat die Verhandlung vertagt. Er lässt von einem Infektiologen ein Gutachten zur Frage erstellen, ob die Viruslast zur fraglichen Zeit tatsächlich ein Ansteckungsrisiko dargestellt hat.
Verteidiger Gerhard Müller bezweifelte, dass am zehnten Tag der Quarantäne noch ein konkretes Ansteckungsrisiko bestanden hat. Sein Mandant sei davon ausgegangen, dass von ihm keine Ansteckungsgefahr mehr ausgehe. Der Rechtsanwalt beantragte einen Freispruch. Der Angeklage sagte, er sei nicht schuldig. Er habe beim Mittagessen mit seinen Söhnen keine Symptome mehr gehabt und sich wieder gesund gefühlt. Am Vortag habe er einen PCR-Test gemacht und mit einem negativen Ergebnis gerechnet. Erst nach dem Essen habe er das positive Testergebnis erfahren. Ein negativer PCR-Test hätte die Aufhebung der Quarantäne bedeutet. Er habe gewusst, dass der Quarantäne-Bescheid der BH auch vorschreibe, keinen Besuch zu empfangen.
Der Richter fragte den Angeklagten, ob er gemeint habe, gescheiter zu sein als die Gesundheitsbehörde. Die am 20. April verhängte Quarantäne habe bis 3. Mai angedauert.

Der Angeklagte sagte, zwei Geschwister und seine Mutter seien im Vorjahr an Corona erkrankt, aber schon nach rund zwei Wochen wieder gesund gewesen. Sein Vater sei im November 2020 allerdings an Corona sogar gestorben.

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