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Bludenzer Grüne verjüngen ihre Führung

30.09.2021 • 20:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Lukas Zudrell übernimmt die Führung der Bludenzer Grünen. <span class="copyright">Annemarie Burtscher/Grüne</span>
Lukas Zudrell übernimmt die Führung der Bludenzer Grünen. Annemarie Burtscher/Grüne

Lukas Zudrell zieht in Bludenzer Stadtvertretung ein.

In der Alpenstadt wechselt das Stadtvertretungsmandat von Wolfgang Maurer zu Lukas Zudrell, der damit auch die Führung der Offenen Liste Bludenz übernimmt.
Der 30-jährige Anlagenplaner werde die politische Arbeit gut machen, gab sich sein Vorgänger zuversichtlich. Er verfüge über „viel Elan.“ Zudrell stamme aus einer Montafoner Bauernfamilie und habe so einen guten Zugang zum Thema Naturschutz. Schon im Gemeindewahlkampf 2020 setzte sich Zudrell dafür ein, „dass nicht zu viel Grund und Boden für Straßen und andere Bauprojekte verschwendet wird.“

Geplante Übergabe

Er selbst gehe mit 66 Jahren nun auch in Politpension, nachdem er seine Lehrtätigkeit bereits beendet habe, erklärte der AHS-Lehrer auf NEUE-Anfrage. Er sei zum Entschluss gelangt, „dass ich meine Arbeit getan habe.“
Außerdem gestehe er gern ein, dass man mit zunehmendem Alter auch etwas pragmatisch werde, so Maurer. Das Feuer, das früher für das Engagement in der Politik gebrannt habe, sei zwar immer noch da, brenne aber eben „auf kleiner Flamme weiter.“ Maurers Abgang und die Übergabe an Zudrell seien bereits vor der Wahl im Vorjahr vereinbart worden. Sie erfolgen nun etwa ein Jahr später. Das zweite Mandat behält vorerst Martine Durig, die Pensionistin ist etwa ein Jahr jünger als Maurer.

Damit vollzieht die Offene Liste Bludenz nach den Kollegen der Liste Feldkirch blüht und der Landespartei den nächsten Generationenwechsel bei den Vorarlberger Grünen. Der ausgebildete Ingenieur Zudrell, der aus Bar­tholomäberg stammt, trat im vergangenen Wahlkampf, den er als Listenzweiter bestritt, neben dem Naturschutz vor allem für leistbares Wohnen und Chancengleichheit ein. Nach der Wahl zog dennoch zunächst die drittgereihte Durig ein.

Stimmenverluste bei der Wahl

Bludenz ist, im Vergleich zu den anderen Vorarlberger Städten, für die Grünen ein traditionell schwieriges Pflaster. Bei der Wahl im Vorjahr erreichte man beispielsweise in den Bludenzer Nachbargemeinden Bürs und Nüziders jeweils um etwa sechs Prozentpunkte bessere Ergebnisse. Damals kam die Offene Liste Bludenz lediglich auf 479 Stimmen und damit 8,1 Prozent, 219 Stimmen und drei Prozentpunkte weniger als noch 2015. Der Gemeindewahl 2020 war eine extreme Polarisierung zwischen ÖVP und SPÖ vorausgegangen, die in Bludenz um den Bürgermeistersessel ritterten.

Die Grünen büßten letztendlich eines ihrer ursprünglich drei Mandate ein, während die Freiheitlichen sogar zwei verloren.
Wolfgang Maurer will sich nach dem Rücktritt auf seine Funktion als Obmann des Kunstvereins „allerArt“ konzentrieren und freut sich darauf, in der Pension auf Reisen zu gehen.

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