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Haft: Übergriff auf Tochter der Freundin

05.10.2021 • 07:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch endete mit Schuldspruch. <span class="copyright">Symbolfoto Hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch endete mit Schuldspruch. Symbolfoto Hartinger

15 Monate teilbedingte Haft wegen versuchter Vergewaltigung.

Der in der Türkei geborene Österreicher hat nach Ansicht der Richter die 18-jährige Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin im November 2019 in der Wohnung zu vergewaltigen versucht. Zudem hat er sie nach den gerichtlichen Feststellungen im August 2020 an die Wand gedrückt und damit gedroht, sie umzubringen.
Der Schuldspruch im Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch erfolgte am Montag wegen versuchter Vergewaltigung und Nötigung. Dafür wurde der unbescholtene 50-Jährige zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil fünf Monate. Als Teilschmerzengeld hat der in der Schweiz lebende Angestellte dem mittlerweile 19-jährigen mutmaßlichen Opfer 2000 Euro zu bezahlen.

Glaubwürdige Zeugin.

Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Martin Mitteregger hielten die Angaben der Belas­tungszeugin für glaubwürdig. Die 18-Jährige sagte, der Lebensgefährte ihrer Mutter habe auf der Wohnzimmercouch zuerst ihren lädierten Rücken mit Salbe eingecremt. Danach habe er sie festgehalten und gegen ihren erklärten Willen ihre nackte Brust geküsst. Er habe gesagt, er wolle weitermachen und mit ihr schlafen. Dann sei es ihr gelungen, ihn von sich wegzustoßen.
Verteidiger Alexander Fetz beantragte Freisprüche. Schlimms­tenfalls liege eine geschlechtliche Nötigung mit einer Strafdrohung von sechs Monaten bis fünf Jahren Haft vor. Sein Mandant sagte, er habe nichts gemacht. Er habe die 18-Jährige lediglich eingecremt und sie nicht bedroht.

Erdrückende Beweislage.

Die Beweislage sei erdrückend für den Angeklagten, sagte allerdings Richter Mitteregger. Denn er habe in den Wochen nach dem angeklagten Vorfall mit schriftlichen Nachrichten an die 18-Jährige sein sexuelles Interesse an ihr mehrfach bekundet. Und er habe ihr unmittelbar nach der Tat geschrieben, sie solle ihrer Freundin nichts davon erzählen. Die 18-Jährige berichtete ihrer Freundin aber mitten in der Nacht am Telefon davon, was ihr widerfahren sei.
Weil der Angeklagte unbescholten sei und es bei der Vergewaltigung beim Versuch geblieben sei, seien zehn Haftmonate auf Bewährung nachgesehen worden, sagte der vorsitzende Richter.

Nicht rechtskräftig

Das Urteil des Schöffensenats ist nicht rechtskräftig. Der Strafrahmen betrug ein bis zehn Jahre Gefängnis. Erst zwei Monate nach der vom Gericht festgestellten Tat wurde per 1. Jänner 2020 die Mindeststrafe für Vergewaltigung auf zwei Jahre Gefängnis angehoben.