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Energiewende fordert das Stromnetz

14.10.2021 • 20:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Energiewende stellt die heimischen Stromnetze vor Herausforderungen. <span class="copyright">Becker/DPA</span>
Die Energiewende stellt die heimischen Stromnetze vor Herausforderungen. Becker/DPA

Energienetzen stehen Investitionen und Transparenzvorgaben ins Haus.

Die Energiewende ist nicht nur ein politischer und volkswirtschaftlicher, sondern auch ein planerischer Kraftakt. Die zunehmende Strom­erzeugung aus klimafreundlichen, aber auch volatilen Quellen wie Wind und Sonne stellte zunehmende Anforderungen an die Stabilität der Energienetze.
Bei ihrer Stabilisierung spielen Speicherkraftwerke eine wesentliche Rolle. Auch deshalb wollen die Illwerke vkw mit dem Lünerseewerk II bis 2037 oder 2038 ein neues Angebot für den nationalen und vor allem den internationalen Strommarkt schaffen.
Der Strom des neuen 1000-Megawatt-Kraftwerks, das an die bestehenden Strukturen des Lünersees angeschlossen werden soll, wird direkt ins übergeordnete Starkstromnetz der Austrian Power Grid (APG) fließen. Aber auch auf die Vorarl­berger Energienetze, die als Tochterunternehmen der Illwerke vkw das untergeordnete Stromverteilnetz betreiben, werden Investitionen zukommen.

Zusätzliche Kapazitäten

Das Unternehmen hat kürzlich angekündigt, 100 Millionen Euro zusätzlich in den Netzausbau stecken zu wollen. Damit soll die Kapazität zur Einspeisung von Solarstrom erhöht werden. Die Vorarlberger Photovoltaikbranche hatte kritisiert, dass zwar theoretisch auf 80 Prozent der heimischen Hausdächer Photovoltaikanlagen errichtet werden könnten, man aber stellenweise schon bei einem Ausbau von 15 Prozent an die Kapazitätsgrenzen komme.
Dem Ausbau kommt zugute, dass durch das Gesetzespaket zum Ausbau erneuerbarer Energien unterirdische Leitungsanlagen bis 45 Kilovolt und Freileitungen bis zu 1000 Volt nicht mehr genehmigt werden müssen, wenn die Grundeigentümer mit der Verlegung einverstanden sind. Das erspart dem Land zudem 40 bis 50 Verfahren pro Jahr.
Mehr Transparenz für Kunden. Derzeit befinden sich beim Land zwei Novellen zum Elektrizitätswesen in Begutachtung, mit denen Vorgaben des Bundes und der EU umgesetzt werden sollen.

Mehr Transparenz für Kunden

Derzeit befinden sich beim Land zwei Novellen zum Elektrizitätswesen in Begutachtung, mit denen Vorgaben des Bundes und der EU umgesetzt werden sollen.

Für Netzbetreiber bringt das vor allem ein Mehr an Transparenzverpflichtungen. So müssen die Vorarlberger Energienetze in Zukunft „verfügbare und gebuchte Kapazitäten je Umspannwerk“ im Internet veröffentlichen und so darlegen, wo noch zusätzlich Strom eingespeist werden könnte. Diese Kapazitäten können von Stromeinspeisern reserviert werden. Die Änderungen kommen den Vorwürfen entgegen, die von der Photovoltaikbranche im Juli erhoben worden waren.
Unter anderem hatte man bemängelt, dass die Energienetze eine Anlage über längere Zeit nicht angeschlossen hätten. Die Änderung des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes bringt nun eine allgemeine Anschlusspflicht. Außerdem ist der Netzbetreiber in Zukunft „verpflichtet, einen Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage … zu bestimmen“. Dieser muss „den tatsächlichen und vorhersehbaren zeitlichen Erfordernissen“ entsprechen.
Auf dem Programm der Energienetze steht neben dem Netzausbau auch die weitere Modernisierung und Digitalisierung von Trafostationen. Ein zweiter wesentlicher Bereich stellten die Ertüchtigungen und Erweiterungsmaßnahmen bei den Umspannwerken dar.

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