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Ruf nach internationaler Schule

18.10.2021 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Vorarlberg: Studie sieht Bedarf an englischsprachiger Privatschule.

Für eine internationale Aufwertung des Bildungssektors in Vorarlberg sprechen sich die hiesige Wirtschaftskammer (WKV) und Industriellenvereinigung (IV) aus. Die Interessenvertretungen untermauern ihre Forderung mit einer Studie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw), wonach heimische Unternehmen konkreten Bedarf an einer internationalen Schule sehen. Vorarlberg und Burgenland sind die einzigen Bundesländer, in denen es bis dato kein derartiges Schulangebot gibt.

Auch Vorarlberger Eltern sehen Bedarf

Aus der Studie geht auch hervor, dass der Bedarf zukünftig steigen wird. „Es zeigt sich, dass nicht nur Kinder internationaler Fachkräfte, sondern auch Kinder von Vorarlberger Eltern als Zielgruppe eines derartigen Angebots relevant erscheinen“, erklärt WKV-Direktor Christoph Jenny. Es gehe nun darum, schnellstmöglich im Bildungsangebot einen internationalen Anschluss zu schaffen. „Momentan haben wir ein bilinguales Stückwerk in Vorarlberg. In einzelnen Schulen gibt es zwar Angebote, in denen manche Fächer bilingual unterrichtet werden, aber das ist nicht das, was unter einer internationalen Schule zu verstehen ist“, stellt Jenny klar. Vorarlberg brauche eine internationale Schule im engeren Sinn. Für den WKV-Direktor heißt das: „Englisch hat eine dominante Rolle im Unterricht, und die Lehrpläne orientieren sich nicht nur an nationalen Standards, sondern auch an internationalen.“ Zudem soll es einen Bildungsabschluss geben, der auch einen internationalen Anschluss ermöglicht.

„Längst überfällig“

Für IV-Vorarlberg-Präsident Martin Ohneberg ist eine internationale Schule im Land „eine längst überfällige Investition in die Zukunftsfähigkeit“ des Wirtschaftsstandorts Vorarlberg. „Wir werden künftig, um wettbewerbsfähig zu bleiben, stärker vom Zuzug ausländischer Fachkräfte abhängig sein, als dies heute der Fall ist. Dafür ist ein international ausgerichtetes Bildungsangebot für ankommende Arbeitskräfte eine wichtige Grundvoraussetzung“, so Ohneberg weiter. Gut ausgebildete Fachkräfte seien heutzutage oftmals international unterwegs. Damit Vorarlberg für Fachkräfte und ihre Familien aus dem Ausland als Arbeitsstandort überhaupt infrage komme, brauche es deshalb nicht nur bilinguale Angebote an Schulen, sondern eine echte internationale Schule mit international anerkannten Abschlüssen, fordert Ohneberg.

Die WKV und IV wollen nun Gespräche mit dem Land Vorarl­berg und der Bildungsdirektion aufnehmen. „Wir werden auf die Ergebnisse der Studie zurückgreifen, Experten mit ins Boot holen und uns mit internationalen Schulen austauschen, die in Österreich bereits erfolgreich sind“, erklärt Jenny.

Standort im Rheintal

Als Standort für eine internationale Schule wird laut Studie der Ballungsraum Rheintal favorisiert. Bei der Ausgestaltung des schulischen Angebots halten die befragten Unternehmen vor allem international anerkannte beziehungsweise anrechenbare Abschlüsse für besonders wichtig. Laut Einschätzung der befragten Unternehmensvertreter könnten Kinder von rund 600 Beschäftigten durchaus Interesse am Besuch einer internationalen Schule haben.