Lokal

Diebstahl: 35.000 Euro Beute, vier Monate Haft

04.11.2021 • 06:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch. hartinger

Nach ausländischer Verurteilung milde Sanktionen für Vorbestraften.

Zwischen 2015 und 2019 hat der geständige Rumäne in Österreich zahlreiche ältere Damen beim Einkaufen um 35.000 Euro geschädigt. Der Kriminaltourist hat Geldtaschen gestohlen und dann mit Bankomatkarten Geld behoben. PIN-Codes für Bankomatkarten fand er in den Geldtaschen.
Wegen gewerbsmäßigen Diebstahls – teilweise durch Einbruch, Entfremdung unbarer Zahlungsmittel und Urkundenunterdrückung – wurde der 51-Jährige am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch zu einer Zusatzstrafe von vier Monaten Haft verurteilt. Das Urteil wurde schon am Ende der Hauptverhandlung rechtskräftig; der von Hamit Öztürk verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Simon Mathis waren mit der Entscheidung einverstanden. Nach dem Prozess wurde der Untersuchungshäftling am Mittwoch aus dem Feldkircher Gefängnis entlassen. Denn er befand sich seit Juni in U-Haft und hat damit die Strafe bereits verbüßt.

In Belgien zu vier Jahren jahren Haft verurteilt

Die Strafe für den mit sechs einschlägigen Vorstrafen belasteten Angeklagten fiel nur deshalb milde aus, weil Richter Thomas Wallnöfer bei der Strafbemessung die jüngste Verurteilung zu berücksichtigen hatte. Im Mai 2020 wurde über den vorbestraften Rumänen in Belgien wegen 16 Diebstählen von Geldtaschen rechtskräftig eine Gefängnisstrafe von vier Jahren verhängt. Schon damals hätte in Belgien theoretisch auch über die 40 österreichischen Anklagepunkte mitverhandelt werden können. Deshalb durfte der Feldkircher Richter nur noch darüber entscheiden, in welchem Ausmaß die Gesamtstrafe dann höher ausgefallen wäre.
Der in Österreich geltende Strafrahmen betrug sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Die Strafen aus Antwerpen und Feldkirch machen insgesamt vier Jahre und vier Monate Haft aus. Hätte der Feldkircher Richter die belgische Vorstrafe nicht zu berücksichtigen gehabt, hätte der Angeklagte am Mittwoch mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe rechnen müssen.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.