Lokal

Kurz nach Verurteilung wieder straffällig: Haft

04.11.2021 • 06:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch.<span class="copyright">Symobolbild Hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch.Symobolbild Hartinger

Ein Jahr Haft für 17-jährigen Täter nach raschem Rückfall.

Am 27. September habe er ihm trotz des rechtskräftigen Schuldspruchs wegen schweren Raubes „ein sagenhaft mildes Urteil“ mit einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von 20 Monaten und einer zu bezahlenden Geldstrafe von 960 Euro gewährt, sagte der Richter Dietmar Nußbaumer am Mittwoch zum Angeklagten. Dennoch sei ihm nichts Besseres eingefallen, als fünf Tage später am 2. Oktober in Dornbirn zwei junge Männer zu schlagen und dabei leicht zu verletzen. Zudem soll der Beschuldigte im März einen anderen jungen Mann geschlagen und leicht verletzt haben. Und einem 18-Jährigen habe er damit gedroht, ihm für den Fall einer Strafanzeige alle Knochen zu brechen.

Rascher Rückfall

Wegen des „äußerst raschen Rückfalls“ verurteilte der Richter den mit einer Vorstrafe belasteten 17-Jährigen am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch zu einem Jahr Gefängnis. Der Schuldspruch erfolgte wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Körperverletzung in zwei Fällen und versuchter Nötigung. Das Urteil, mit dem Staatsanwalt Manfred Melchhammer einverstanden war, ist nicht rechtskräftig. Denn der von Markus Lechner verteidigte Untersuchungshäftling nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe für den Jugendlichen wäre zweieinhalb Jahre Haft gewesen.

Freundin verlor gemeinsames Baby

Als Teilschmerzengeld hat der Arbeitslose jenem Verletzten, dem er im Oktober einen Schneidezahn teilweise abgeschlagen hatte, 500 Euro zukommen lassen. Richter Nußbaumer sah davon ab, die 20 bedingten Haftmonate aus der Vorstrafe wegen schweren Raubes nachträglich in unbedingte, zu verbüßende umzuwandeln. 20 Monate zusätzlich zur einjährigen Freiheitsstrafe wäre als Gesamtstrafe zu viel gewesen, merkte der Richter an. Die Alkoholisierung zu den Tatzeiten sei ein Charaktermangel. Ebenso kein Milderungsgrund sei der Umstand, dass die Freundin des 17-Jährigen wenige Tage zuvor das gemeinsame Baby verloren habe.

Raub statt Sex

Am 27. September ist der junge Türke als Beteiligter an einem bewaffneten Raubüberfall verurteilt worden. Über den 18-jährigen Haupttäter wurde damals eine Haftstrafe von 30 Monaten verhängt, davon 10 Monate unbedingt. Der unbescholtene Lateinamerikaner hatte am 10. August bei einem vereinbarten Sex-Treffen in einer Hofsteiggemeinde einem 34-jährigen Homosexuellen ein Klappmesser vorgehalten und ihm 100 Euro geraubt. Vor einem Bankomaten, an dem er für die Täter Geld beheben sollte, gelang dem Opfer die Flucht.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.