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Impfungen am laufenden Band

09.11.2021 • 20:38 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Großer Andrang im Impfzentrum im Messepark am vergangenen Wochenende.<span class="copyright"> Sams</span>
Großer Andrang im Impfzentrum im Messepark am vergangenen Wochenende. Sams

Land führt Vorarlberger Impftage durch. Nicht nur der Erststich wichtig, sondern auch der dritte.

Wir erinnern uns wohl nur zu genau: Vor einem Jahr waren wir im Lockdown.

Damit dies nicht wieder passiert, sollen möglichst viele Menschen rasch geimpft werden. Erst 62,42 Prozent der Vorarlberger sind vollimmunisiert. Etwa 90.000 Vorarlberger sind noch gar nicht geimpft.
Die 3G-Regel am Arbeitsplatz und die neue 2G-Regel im Freizeitbereich ließen die Impfbereitschaft bereits deutlich steigen. Allein in der vergangenen Woche wurden 2540 Erststiche verabreicht. Zum Vergleich: In der Woche davor ließen sich 1510 Menschen den ersten Stich geben.
Damit die gesteigerte Impf-Nachfrage gedeckt werden kann, stockt das Land die Kapazitäten auf und führt von 11. bis 21. November die Vorarlberger Impftage durch. 50.000 Impfter­mine in zehn Tagen werden in Impfzentren, -kojen und Ordinationen angeboten (nähere Infos, Ort und Uhrzeiten siehe Factbox unten).

Drittimpfung als Wellenbrecher

Wichtig dabei sind nicht nur die Erst-, sondern auch die Auffrischungsimpfungen. „Die dritte Impfung ist für das Brechen der jetzigen Welle fast entscheidender als der Erststich. Sie ist ein wichtiger Faktor, um im kommenden Frühjahr nicht wieder am Start der Pandemiebekämpfung zu stehen“, sagte Landeshauptmann Markus Wallner beim Pressefoyer der Vorarl­berger Landesregierung. Robert Spiegel, der Covid-Beauftragte der Vorarlberger Ärztekammer, konkretisierte: „Wir mussten lernen, dass die Wirkung der Impfung schon nach sechs Monaten nachlässt.“ Daten aus Ländern wie Israel, die schon sehr früh mit den Drittimpfungen begonnen haben, würden aber zeigen: „Die Booster-Impfung löst eine hervorragende Immun­antwort aus“, so Spiegel. 14.400 Vorarlberger haben die dritte Dosis schon erhalten.
Mit Hilfe des Bundesheeres und von Blaulichtorganisationen wie dem Roten Kreuz, der Berg- und Wasserrettung werden die Impftage vorbereitet und durchgeführt. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, sich ohne Anmeldung impfen zu lassen. Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher appellierte jedoch, einen Termin zu buchen: „Das ist logistisch leichter zu handhaben und soll einen reibungslosen Ablauf garantieren.“
Was passiert, wenn es nicht reibungslos abläuft, war am vergangenen Wochenende zu beobachten: Teilweise mussten die Impfwilligen stundenlang warten. Landesrätin Rüscher dazu: „Manche ältere Menschen mussten vorgezogen werden, was zu Wartezeiten auch für angemeldete Personen führte. Sie hatten jedoch eine halbe Stunde zu warten, nicht Angemeldete hingegen zwei Stunden.“

Landesrätin Rüscher rief zum Impfen auf.<span class="copyright">Hofmeister</span>
Landesrätin Rüscher rief zum Impfen auf.Hofmeister

Lotterie in Vorarlberg?

Im Burgenland sind mittlerweile 80 Prozent der Bevölkerung geimpft. Dazu beigetragen hat auch die dortige Impflotterie. Angesprochen darauf, ob Vorarlberg ähnliche Maßnahmen andenkt, sagte Landesrätin Rüscher: „Eine Lotterie ist nicht geplant. Aber für den Dezember bereiten wir kleine Geschenke für die Geimpften vor.“

Beim Blick auf das Burgenland oder auf Länder wie Portugal oder Spanien stellt sich die Frage: Weshalb hat Vorarlberg eine solche Impfquote nicht erreicht? Zum einen hätten andere Länder andere Impftraditionen, meinte Landeshauptmann Wallner. Zum anderen gäbe es nach wie vor Menschen in Vorarlberg, die Ängste wegen der Impfung hätten. „Wir wollen Nicht-Geimpfte nicht verteufeln. Unter den 90.000 Ungeimpften sind solche, deren Ängste und Zweifel wir nicht zerstreuen konnten. Zum Beispiel ist die Fehlinformation, die Impfung führe zu Unfruchtbarkeit, nach wie vor in manchen Köpfen vorhanden. Hier müssen wir dranbleiben, informieren und aufklären.“

Das oberste Ziel ist jedenfalls, dass es keinen weiteren Lockdown gibt. „Wir müssen alles tun, um diesem Szenario zu entgehen“, erklärte Wallner. „Im Frühjahr ist uns dies zum Beispiel schon gelungen.“ Ausschlaggebend, ob es zu einem Lockdown kommt, sind die Intensivbett-Kapazitäten. Elf Intensivbetten sind zurzeit mit Coronapatienten belegt, vor zwei Wochen waren es noch zwei.

Vorarlberger Impftage

Öffnungszeiten

Impfzentrum Bregenz (Illwerke-vkw-Gelände, Weidachstraße 6):

Donnerstag, 11. November, 18 bis 22 Uhr, Freitag, 12. November, 13 bis 22 Uhr, Samstag, 13. November, 9 bis 18 Uhr. Montag, 15., bis Donnerstag, 18. November, täglich 18 bis 22 Uhr. Freitag, 19. November, 13 bis 22 Uhr, Samstag, 20. und Sonntag, 21. November, 9 bis 18 Uhr.

Impfzentrum Nenzing (Tennishalle, Blumeneggstraße 37):

Donnerstag, 11. November, 18 bis 22 Uhr, Freitag, 12. November, 9 bis 20 Uhr, Samstag, 13. November, 9 bis 20 Uhr. Montag, 15. bis Freitag, 19. November, täglich 9 bis 22 Uhr, am Samstag, 20. und Sonntag, 21. November, 9 bis 18 Uhr.

Achtung: die täglichen Öffnungszeiten in den Impfzentren können sich ja nach Buchungslage verkürzen.

Impfkojen in den Einkaufszentren: Betriebszeiten ab Donnerstag, 11. November:

Messepark Dornbirn: Donnerstag und Samstag, 9 bis 18 Uhr; Freitag 9

bis 19 Uhr

Interspar in Feldkirch-Altenstadt: Donnerstag und Samstag, 9 bis

18 Uhr; Freitag 9 bis 19 Uhr

Zimbapark in Bürs: Donnerstag und Samstag, 9 bis 18 Uhr; Freitag, 9 bis 19 Uhr

Kaufhaus der Wälder in Egg: Donnerstag und Samstag, 9 bis 18 Uhr; Freitag, 9 bis 19 Uhr

Impfen in Artzpraxen:

Das Angebot für Impfungen in Arztpraxen wird ebenfalls aufgestockt. Arzt, Ort, Zeit und Impfstoff sind dabei frei wählbar. Eine Liste der teilnehmenden Ärzte ist zu finden unter www.medicus-online.at

Terminvereinbarungen:

Termine sind über die Plattform www.vorarlberg.at/vorarlbergimpft zu vereinbaren. Bei einer Impfung in der Arztpraxis kann der Termin auch in der Ordination gebucht werden.

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