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Bub (9) missbraucht: Dreieinhalb Jahre Haft

17.11.2021 • 21:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Übergriffe im Bezirk Dornbirn: Berufungsrichter bestätigten Strafe für Afghanen (30).

Wegen des Verbrechens des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und des Vergehens des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses wurde der unbescholtene Angeklagte zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Das Urteil ist nun rechtskräftig. Denn das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) hat jetzt in der Berufungsverhandlung die am Landesgericht Feldkirch im Juni verhängte Strafe bestätigt. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit.
Der Strafberufung des 30-jährigen Angeklagten wurde in zweiter Instanz keine Folge gegeben. Der Strafrahmen betrug ein bis zehn Jahre Haft. Der angeklagte Afghane hat offenbar darauf verzichtet, den Feldkircher Schuldspruch mit einer Nichtigkeitsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof (OGH) in Wien zu bekämpfen.

Sechs Vorfälle

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der verheiratete Familienvater aus dem Bezirk Dornbirn zwischen Mai 2019 und November 2020 sechs Mal mit dem zuerst neun- und zuletzt zehnjährigen Buben Sex gehabt. Die Familie des Buben war befreundet mit der Familie des Angeklagten. Bei gemeinsamen Ausflügen der Familien hat der Angeklagte nach Ansicht der Richter das Kind im Wald missbraucht. Zu schweren Übergriffen kam es demnach auch im Keller des Hauses des Angeklagten, in den der Unmündige gelockt wurde. Vergangen hat sich der Asylberechtigte laut Urteil auch dann, als er den Minderjährigen beaufsichtigen sollte.

Widersprüchliche Angaben

Der Angeklagte bestritt sämtliche Tatvorwürfe und sagte, er sei nicht schuldig. Es habe keinen einzigen Übergriff gegeben. Verteidiger German Bertsch beantragte einen Freispruch. Der Rechtsanwalt ermahnte seinen Mandanten aber schon zu Beginn des Feldkircher Schöffenprozesses, sich zu konzentrieren. Denn der Untersuchungshäftling machte vor Gericht bereits in seiner anfänglichen Erklärung widersprüchliche Angaben zur Detailfrage, ob der Bub bei einer Geburtstagsfeier anwesend gewesen sei oder nicht.

Bub als Belastungszeuge

Die Aussage des Angeklagten sei insgesamt nicht glaubwürdig gewesen, sagte Richter Martin Mitteregger als Vorsitzender des Feldkircher Schöffensenats in seiner Urteilsbegründung. Sehr überzeugend sei hingegen der Bub als Belastungszeuge gewesen. Die Anklageschrift stützte sich auf die Angaben des Kindes. Das Gericht hielt den Vater von drei kleinen Kindern im Sinne der von Staatsanwalt Johannes Hartmann vertretenen Anklage für schuldig.

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