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Morddrohung mit Messer erfunden

23.11.2021 • 20:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch. hartinger

Afghane wurde laut Landesgericht Feldkirch Opfer von Verleumdung und Körperverletzung.

Ein Jahr lang konnte die Hauptverhandlung nicht durchgeführt werden, weil der Zweitangeklagte nicht auffindbar war. Am Dienstag erschien der mittlerweile in der Steiermark lebende Afghane zum Strafprozess am Landesgericht Feldkirch. Der 23-Jährige überraschte nicht nur mit seinem unerwarteten Erscheinen, sondern auch mit seiner gerichtlichen Aussage. Denn der Arbeitslose gab an, bei der Auseinandersetzung mit seinem Landsmann im August in der gemeinsamen Wohnung im Unterland sei doch kein Messer verwendet worden.

35 Zentimeter langes Messer

Daraufhin wurde der von Andrea Concin verteidigte Erstangeklagte vom Vorwurf der versuchten schweren Nötigung freigesprochen. Das Urteil von Richter Thomas Wallnöfer ist nicht rechtskräftig. Im Strafantrag war dem unbescholtenen 25-Jährigen vorgeworfen worden, er habe dem 23-Jährigen damit gedroht, ihm ein Messer in den Bauch zu stechen, wenn er ihm die geforderten 50 Euro nicht bezahle. Daraufhin sei der Erstangeklagte mit einem 35 Zentimeter langen Küchenmesser auf den 23-jährigen Afghanen zugegangen.

Rechtsanwältin Andrea Concin verteidigte den Erstangeklagten, der freigesprochen wurde. <span class="copyright">Michael Kreyer</span>
Rechtsanwältin Andrea Concin verteidigte den Erstangeklagten, der freigesprochen wurde. Michael Kreyer

Wegen Körperverletzung schuldig gesprochen wurde der 23-jährige Zweitangeklagte. Dafür wurde der Unbescholtene zu einer Geldstrafe von 400 Euro (100 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 200 Euro. Der Zweitangeklagte meldete sofort volle Berufung an. Nach Ansicht des Richters hat der Zweitangeklagte den Erstangeklagten gegen die Wohnungstür gestoßen und ihm so Abschürfungen zugefügt.
Die Staatsanwaltschaft wird den 23-Jährigen nun auch noch wegen des Verbrechens der Verleumdung und des Vergehens der falschen Zeugenaussage anklagen. Der Afghane sagte am Ende der Gerichtsverhandlung, er werde sich freiwillig nach Afghanistan abschieben lassen.
Als der Zweitangeklagte die Verleumdung vor Gericht zugestand, begann der Erstangeklagte laut zu weinen.

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