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Operationssäle müssen geschlossen werden

23.11.2021 • 20:38 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Operationssäle müssen geschlossen werden
Die Situation in den Spitälern ist extrem. OP’s werden geschlossen, OP-Kapazitäten heruntergefahren. Mathis Fotografie

Planbare OP‘s werden verschoben. Kinderimpfung vermutlich ab Freitag möglich.

Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft, teilte gestern beim Pressefoyer mit: In Bregenz werden zwei von fünf OP-Sälen geschlossen, in Dornbirn zwei von sechs. In Feldkirch wird die Operationskapazität schrittweise um 25 Prozent reduziert. In allen Krankenhäusern werden planbare Operationen zum Teil verschoben.

„Wir sind zum vierten Mal seit März 2020 extrem gefordert. Die Belastung der Krankenhausmitarbeiter ist sehr, sehr hoch. Diese Maßnahme treffen wir, damit sich die Krankenhäuser verstärkt auf Notfallmedizin und die Versorgung von Covid-Patienten konzentrieren können“, begründete Fleisch diesen Schritt.
Im Gegensatz zu den vergangenen Corona-Wellen sei diese Welle für die Spitäler viel schärfer und schwieriger. Denn: 119 Mitarbeiter fallen derzeit wegen einer Corona-Erkrankung oder -Quarantäne aus. 250 weitere Mitarbeiter sind aus anderen Gründen im Krankenstand. Außerdem herrscht zur Zeit eine generell hohe Grundauslastung, unter anderem aufgrund von Influenza und Unfällen. „Die Situation ist extrem“, sagte Fleisch.

KHBG-Direktor Gerald Fleisch. <span class="copyright">Hartinger</span>
KHBG-Direktor Gerald Fleisch. Hartinger

Weiterer Anstieg erwartet

Derzeit sind 115 Betten mit Covid-Patienten belegt, 22 davon liegen auf der Intensivstation. 30 Intensivbetten sind noch frei. „Das dynamische Infektionsgeschehen lässt einen weiteren Anstieg der Zahlen erwarten“, erklärte Fleisch. Aktuell ist aber nicht geplant, das Notversorgungszentrum in Dornbirn in Betrieb zu nehmen. Dort könnten 200 Coronapatienten betreut werden, allerdings keine schweren Fälle.
Für das seit Montag bestehende Besuchsverbot in den Spitälern bat Fleisch um Verständnis. Dies sei zum Schuz des vulnerablen Systems Krankenhaus. Es gibt einige Ausnahmen von dem Verbot. „Wie versuchen, hier menschlich vorzugehen.“
Fleisch versicherte, dass trotz Verminderung der OP-Kapazitäten die Krankenhäuser für alle da seien und kam schließlich noch einmal auf das Krankenhauspersonal zu sprechen: „Ich bitte alle, sich impfen zu lassen. Den Mitarbeitern zuliebe. Das Impfen ist der neue Applaus.“

Landesrätin Martina Rüscher. <span class="copyright">hartinger</span>
Landesrätin Martina Rüscher. hartinger

Kinderimpfung ab Freitag

Zu den Impfungen berichtete Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher beim Pressefoyer: Ab Freitag ist vermutlich die Impfung für Kinder von fünf bis elf Jahren möglich. Das Land warte nur noch auf die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde. Diese wird für Mittwoch oder Donnerstag erwartet. Sobald diese vorliegt, sind Anmeldungen über das Covid-Portal möglich. Bei diesen Impfungen werden vor allem Kinderärzte im Einsatz sein, die sich Zeit für Fragen nehmen. Rüscher wies darauf hin, dass 33 Prozent aller positiven Tests auf die Null- bis 14-Jährigen fallen. Vor drei Wochen noch lag der Anteil dieser Gruppe bei 19 Prozent. „Diese Kinder und Jugendlichen geben das Virus weiter. Deswegen ist es notwendig, sie jetzt zu schützen“, erklärte Rüscher. Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher untermauerte Rüschers Aussagen mit weiteren Zahlen: Die Inzidenz bei den Sechs- bis 14-Jährigen hat die 3000-er Marke überstiegen, in der bereits zu 90 Prozent vollimmunisierten Gruppe der über 75-Jährigen beträgt sie 643.

„Ich bitte alle, sich impfen zu lassen. Den Mitarbeitern zuliebe. Das Impfen ist der neue Applaus.“

KHBG-Direktor Gerald Fleisch

“Immer noch zu wenige”

Immer noch gebe es viel zu wenig Menschen, die geimpft sind, sagte Rüscher. „Dabei haben wir es jetzt mit einer Virusvariante zu tun, die viel infektiöser ist als die ursprüngliche. Wider Erwarten hält der Imfpschutz auch nicht so lange, wie wir gedacht hatten. Vier Monate nach der zweiten Dosis ist die Auffrischung nun möglich, ab sechs Monaten wird sie dringend empfohlen.“ Wer sich jetzt für die dritte Impfung anmeldet, bekommt automatisch Termine ab dem vierten Monat vorgeschlagen.

Impftage

Mit den Impftagen, die von 11. bis 21. November stattgefunden haben, ist Rüscher sehr zufrieden. 50.000 Impftermine wurden angeboten, 49.951 Impfungen tatsächlich verabreicht. „Wir haben unser Ziel erreicht“, sagte Rüscher. Die Impftage werden weitergeführt und ausgeweitet. In den Impfkojen der Einkaufszentren Messepark Dornbirn, Interspar Feldkirch-Altenstadt, Zimbapark Bürs und Kaufhaus der Wälder in Egg wird, beginnend mit diesem Donnerstag, von Montag bis Samstag, von 9 bis 18 Uhr, geimpft. Auch das Testangebot ist erhöht worden.

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