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Dornbirn kontert im Streit um Spitalsfinanzen

24.11.2021 • 18:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
WG: Vorbereitungsmaßnahmen für die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in Dornbirn
WG: Vorbereitungsmaßnahmen für die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in Dornbirn

Die Stadt bestreitet eine finanzielle Schieflage des Stadtspitals, die Neos wollen Klarheit.

Die Stadt Dornbirn reagiert „mit Unverständnis“ auf eine gestrige Meldung der Wirtschaftspresseagentur (wpa), die NEUE berichtete, zum finanziellen Zustand des städtischen Krankenhauses. Sie spricht von Spekulationen über eine schwierige finanzielle Lage, die „nicht nachvollziehbar“ seien.

Finanzielle Lage verschlechtert

Die wpa hatte berichtet, dass aufgrund der budgetären Notlage ein Stopp der Neuzugänge in die Facharztausbildung im Raum gestanden sei. Aus Dornbirn heißt es, das Stadtspital werde „wirtschaftlich sehr gut geführt, und sämtliche Ausbildungsstellen für Ärztinnen und Ärzte sind besetzt.“

Allerdings soll der ärztliche Leiter des Krankenhauses, Walter Neunteufel, in einem der Wirtschaftspresseagentur zugespielten E-Mail selbst von einer „Verschlechterung der finanziellen Situation“ gesprochen haben.
Die Echtheit der Nachricht wurde von der Stadt Dornbirn indes nicht bestritten, sondern gegenüber der wpa bestätigt. Neunteufel bedauert darin auch, dass man den Jungärzten nach der Basisausbildung keine Übernahmen in die Facharztausbildung garantieren könne.

Kein Anspruch auf Ausbildung

In Dornbirn fühlt man sich nun falsch verstanden: „Das von der wpa zitierte Schreiben des ärztlichen Leiters an die Ärztinnen und Ärzte, die sich in der Basisausbildung befinden, wurde offensichtlich ungenau interpretiert: Weder wurde der Dienstpostenplan im Krankenhaus reduziert, noch wurden Ausbildungsstellen gestrichen.“

Im Bericht der wpa war aber auch nichts davon behauptet worden. Der ärztliche Leiter Neunteufel hatte in seinem Mail wörtlich geschrieben: „Nach der Basisausbildung endet Ihr Vertrag. Aus derzeitiger Sicht können wir nicht garantieren, dass Sie in die Facharztausbildung oder in die Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin übernommen werden.“

Zu dieser Einschränkung scheint die Stadt noch immer zu stehen. In deren Stellungnahme heißt es: „Durchaus sollte allerdings darauf hingewiesen werden, dass nach einer erfolgreich abgeschlossenen Basisausbildung keine Garantie für eine Stelle in der Facharztausbildung gegeben werden könne.“

Komplexe Finanzierung

Weshalb Neunteufels Aussagen zur finanziellen Situation unzutreffend sind, lässt die Stadt hingegen offen. Sie verweist lediglich auf die komplexe Finanzierung der Spitäler, in der steigende Abgänge noch keinen Verlust für den Spitalsbetreiber bedeuten würden: „Die finanziellen Aufwände der Stadt Dornbirn sind mit anderen Standortgemeinden oder Patientengemeinden vergleichbar. In den vergangenen Jahren waren sie aufgrund der guten wirtschaftlichen Führung sogar geringer.“

Die Dornbirner Neos reagierten währenddessen mit „Entsetzen“ auf die Berichte über das Stadtspital Dornbirn. „Die Bürgermeisterin lobt regelmäßig die gute finanzielle Lage der Stadt Dornbirn“, so Stadtparteichef Wolfgang Fässler. „Wenn das stimmt, kann es ja am Geld nicht liegen.“
Wer nicht selbst ausbilde, habe den Kampf um die besten Kräfte schon verloren, so Fässler. Über die Ausbildung hinaus müsse den jungen Menschen eine Entwicklungsperspektive geboten werden. Die Kommunikation des Stadtspitals an die Jungmediziner sei das genaue Gegenteil.
Die Neos fordern von der Bürgermeisterin eine Klarstellung über die Anzahl der zur Verfügung gestellten Ausbildungsplätze für Jungmediziner in den kommenden Jahren. „Die Stadt hat eigens eine GmbH für die Ausbildung in Gesundheitsberufen gebildet. Wenn man in Ausbildung investiert, darf man die Kommunikation zu dieser Investition doch nicht dermaßen vermasseln“, erklärte Fässler, der außerdem eine ­Finanzierungsgarantie für die Ausbildungsplätze am Stadtspital fordert.

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