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Morddrohung gegen Zwölfjährige

09.12.2021 • 16:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Hartinger

24-Jähriger bedrohte ein Mädchen und fuhr mit einem entwendetem Traktor nach Friedrichshafen.

Der 24-Jährige hat nach den gerichtlichen Feststellungen in einer Nacht im Februar die zwölfjährige Tochter seiner Gastgeberin in ihrem Schlafzimmer aufgeweckt und ihr gegenüber eine Morddrohung ausgestoßen.
Demnach sagte der Alkoholisierte zu dem Mädchen, wenn sie jemandem von ihrem Gespräch erzähle, würden böse Männer kommen und sie und ihre Familie umbringen. Nach Ansicht des Richters hat der Angeklagte das Schlafzimmer zugesperrt und die Minderjährige so zumindest zehn Minuten lang gefangen gehalten.

Traktoren entwendet

Schuldig gesprochen wurde der Angeklagte am Donnerstag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch auch wegen Vorfällen im Juli. Der dazu geständige Angeklagte hat nach einer Geburtstagsfeier alkoholisiert in Hard zwei Traktoren entwendet. Nach der Fahrt mit einem grünen Traktor nahm er in Hard einen roten Traktor mit Anhänger unbefugt in Betrieb. Damit fuhr der Unterländer in der Nacht nach Friedrichshafen. Der 24-Jährige sagte vor Gericht, er könne sich an die Traktorfahrt nicht erinnern. Er sei am Morgen auf einem Parkplatz aufgewacht und habe nicht gewusst, wo er sich befinde.

Mehrfacher Schuldspruch

Wegen versuchter Nötigung, Freiheitsentziehung und unbefugten Gebrauchs von Fahrzeugen wurde der mit acht Vorstrafen belastete Angeklagte zu zehn Monaten Haft verurteilt. Hinzu kommen acht Haftmonate aus einer vorzeitigen Entlassung. Damit beträgt die Gesamtstrafe 18 Monate Gefängnis. Als Schadenersatz hat der Arbeiter dem Mädchen vorerst 1000 Euro zu bezahlen und dem Eigentümer des beschädigten roten Traktors 1500 Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Haft gewesen. Verteidiger Oliver Diez beantragte einen Freispruch von der versuchten Nötigung und der Freiheitsentziehung. Weil sein Mandant mit dem Mädchen lediglich ein Gespräch über ihr schlechtes Verhältnis zu ihrem Vater geführt habe. Der Angeklagte sagte, er habe die Zwölfjährige weder bedroht noch eingesperrt.

Für Richter Richard Gschwenter war die zwölfjährige Zeugin bei ihrer kontradiktorischen Befragung durch einen Rechtsschutzrichter vor der Hauptverhandlung aber äußerst glaubwürdig. Er traue ihr nicht zu, ihre Behauptung erfunden zu haben.
Der Angeklagte sagte, er sei bei beiden Vorfällen auch mit Kokain berauscht gewesen. Die Staatsanwaltschaft wird gegen ihn daher nun auch wegen unerlaubten Umgangs mit Suchtgiften ermitteln.

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