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So entwickelte sich die Kriminalität im ersten Halbjahr

09.12.2021 • 21:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Vorarlberger Polizei glänzt einmal mehr mit hoher Aufklärungsquote. <span class="copyright">Shourot</span>
Die Vorarlberger Polizei glänzt einmal mehr mit hoher Aufklärungsquote. Shourot

Anfrage zu Straftaten in Vorarlberg bringt interessante Zahlen an Licht.


Die Zahlen lassen aufhorchen, sind aber noch mit Vorsicht zu genießen. Zumindest weist man seitens des Innenministeriums darauf hin, dass es sich um „Rohdaten handelt, die noch nicht der Qualitätskontrolle und weiteren Prüfmechanismen unterzogen wurden“. Aus dem Zahlenmaterial könnten deshalb keine Aussagen über die derzeitige Sicherheitslage und Kriminalitätsbelastung abgeleitet werden, heißt es.

Wie die mehr als 70 Seiten umfassende Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ zeigt, war die Kriminalitätsrate in Vorarlberg im ersten Halbjahr 2021 weiterhin rückläufig. Schon im Vorjahr hat­ten harte Lockdowns zu einem Rückgang der Delinquenz geführt, soweit diese sich in der An­zahl der Strafanzeigen widerspiegelt.

Größtenteils minderschwere Straftaten

8892 Straftaten wurden im ersten Halbjahr 2021 gezählt, das sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 1700 An­zeigen bzw. 16,5 Prozent weniger. Beim weitaus überwiegenden Teil der Straftaten handelt es sich um Vergehen, sprich minderschwere Straftaten, die mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bedroht sind. Lediglich 5,7 Prozent aller Straftaten waren tatsächliche Verbrechen.
Der Rückgang der Straftaten zieht sich dabei durch alle Bezirke. Das größte Minus verzeichnete der Bezirk Bludenz (minus 40 Prozent), in Feldkirch ging die Anzahl der Straftaten dahingegen nur um knappe sieben Prozent zurück. Die Bezirke Dornbirn und Bregenz weisen ein Minus von rund 14 bzw. 12 Prozent aus. Am meisten Straftaten wurden im ersten Halbjahr 2021 übrigens im Bezirk Bregenz begangen (2675), gefolgt von Feldkirch, wo 2485 Anzeigen anfielen.

Rückgänge und Anstiege

Aussagekraft haben vor allem Deliktsbereiche mit hoher Fallzahl: Diebstähle und Einbr­üche gingen demnach um rund 30 Prozent zurück. Ein Minus gab es unter anderem auch bei den Anzeigen wegen Körperverletzung (17 Prozent) und Betruges (11 Prozent). Sachbeschädigungen gingen dahingegen nur um etwas mehr als ein Prozent zurück.
Leichte Anstiege gab es nur in ver­ein­zel­ten Tatbeständen wie etwa Erpressung (plus 24 Fälle), Urkundenfälschung (plus 10 Fälle) sowie bei nahezu allen Sexualdelikten. Straftaten im Bereich der Cyberkriminalität, die in den letzten Jahren explosionsartig angestiegen sind, werden in die­ser Auflistung nicht gesondert an­ge­führt. Weiterhin erfolgreich war die Vorarlberger Polizei bei der Klärung von Straftaten. Die Aufklärungsquote stieg von 62,4 auf 64,8 Prozent – und ist damit einmal mehr die höchste in Österreich.

Ein Drittel Nicht-Österreicher

Natürlich wollte die FPÖ in ihrer Anfrage vor allem wissen, wie viele der Tatverdächtigen „Fremde“ waren, darüber hinaus forderte man genaue Aufschlüsselungen nach dem jeweiligen Aufenthaltsstatus.
Von den 6329 ausgeforschten Tatverdächtigen waren im ers­ten Halb­jahr 2382, sprich mehr als ein Drittel keine österreichischen Staatsbürger – das ist ein Minus von 889 im Vergleich zum Vorjahr (-27,2 Prozent). Den größten Anteil machten hierbei Tatverdächtige aus Deutschland aus (424) aus. Dahinter folgen die Türkei (370), Rumänien (197), Afghanistan (136), die Russische Föderation (121) sowie jeweils 112 Tatverdächtige aus Serbien und Syrien. 166 der ausgemittelten Tatverdächtigen waren Asylwerber, 81 waren Touristen.

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