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Omikron und Lockdown hielten nicht vom Reisen ab

07.01.2022 • 19:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Weihnachten am Meer. Im Gegensatz zu 2020 verreisten die Vorarlberger wieder.<span class="copyright">apa</span>
Weihnachten am Meer. Im Gegensatz zu 2020 verreisten die Vorarlberger wieder.apa

Für die Reisebüros gab es dennoch Verluste, teilweise bis zu 50 Prozent.

Die Vorarlberger, die heuer über Weihnachten weit weggeflogen sind, scheinen nicht nur wegen Sonne, Strand und Meer im Paradies gelandet zu sein, sondern auch: Nirgendwo war lange anzustehen, es waren wenig andere Gäs­te in den Hotels und man hatte das Gefühl, sehr gut betreut zu werden. Davon hätten seine Kunden erzählt, berichtet Klaus Herburger, Geschäftsführer der Fachgruppe der Reisebüros und General Manager von Herburger Reisen.

Rainer Nägele von Nachbaur Reisen.<span class="copyright">hartinger</span>
Rainer Nägele von Nachbaur Reisen.hartinger

Die Pandemie brachte für die reisefreudigen Vorarlberger also den Pluspunkt, dass weniger Menschen als sonst über die Feiertage verreist waren. Für die Vorarlberger Reisebüros bedeutet dieser Fakt handfeste Einbrüche. Rainer Nägele, Geschäftsleiter von Nachbaur Reisen, sagt: „Im Vergleich zu Vorkrisenzeiten sind die Reisen über Weihnachten um 50 Prozent eingebrochen.“ Vergleiche man dieses Weihnachten jedoch mit 2020, als im Winter fast durchgehend Lockdown herrschte, so seien die heurigen Zahlen viel besser. „Darüber sind wir schon mal glücklich“, so Nägele. Spartenobmann Herburger berichtet aus seinen Reisebüros, dass sie einen Rückgang von 20 Prozent gegenüber 2019 hatten. Er fügt aber hinzu: „Generell fliegen nicht so viele Menschen über Weihnachten weg, das ist eher ein kleiner Prozentsatz.“

Dann kam Omikron

Bereits Ende November gingen die Reisebüros von Einbrüchen des Weihnachtsgeschäfts in diesem Bereich aus (die NEUE berichtete). Doch dann kamen der Lockdown und Omikron. Weder das eine noch das andere führte zu Absagen bereits gebuchter Reisen. „Omikron war damals medial ein Thema, aber bei uns noch nicht mit hohen Infektionszahlen angekommen. Deshalb hat Omikron das Reiseverhalten über Weihnachten nicht verändert“, sagt Nägele. „Diejenigen, die verreisen wollten und schon gebucht hatten, ließen sich nicht abhalten“, sagt Herburger. Stornierungen kurz vor Reiseantritt, weil ein Reisender erkrankt oder in Quarantäne war, habe es nicht allzu viele gegeben.

Einreiseregeln in Zielländern

In den Zielländern selbst – Gran Canaria, Karibik, Dominikanische Republik, Mexiko oder Dubai etwa – habe Omikron die Einreiseregeln nicht maßgeblich verändert. In dem einen oder anderen Land habe man als Geimpfter zusätzlich einen PCR-Test gebraucht, was vor Omikron nicht erforderlich gewesen sei. Etwas ist heuer aber stark eingebrochen: die Silvesterreisen. Das berichten sowohl Nägele als auch Herburger. Klassische Silvesterreisen sind normalerweise Städtetrips, zum Beispiel nach London, Paris oder Wien. Da große Feuerwerke sowie Feiern abgesagt wurden und – etwa in Wien – um 22 Uhr Sperrstunde war, entschloss sich kaum jemand für eine Reise zum Jahreswechsel.

Klaus Herburger von Herburger Reisen und Fachgruppenobmann.<span class="copyright"> Herburger Reisen</span>
Klaus Herburger von Herburger Reisen und Fachgruppenobmann. Herburger Reisen

Was das neue Jahr bezüglich Reisen wohl bringen wird? Nägele sagt: „Unsere Kunden warten mit Buchungen noch ab. Da aber einige noch nicht in Urlaub gefahren sind, verspüren sie Nachholbedarf. Wir hoffen, dass durch diese Reiselust etwas von den Verlusten, die wir hatten, kompensiert werden kann.“ Ein anderes Bild zeichnet sich hingegen in Herburgers Reisebüros ab: „Viele Menschen waren in den letzten Tagen in unseren Büros. Sie wollen auf Urlaub fahren. Sowohl im Frühling als auch im Sommer. Ich hoffe, dass es so bleibt. Wir stehen jedenfalls parat.“

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