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Fohrenburg investiert 6,5 Millionen Euro

17.01.2022 • 20:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Fohrenburg Brauerei erweitert am Standort: Gebaut wird im östlichen Teil des Areals.<span class="copyright">Hartinger</span>
Fohrenburg Brauerei erweitert am Standort: Gebaut wird im östlichen Teil des Areals.Hartinger

Hallen für Kommissionierung, Eventlogistik und den Kundendienst.

Im ersten Coronajahr 2020 musste die traditionell stark in der Gastronomie und als Lieferant für Feste verankerte Fohrenburg Brauerei einen Umsatzrückgang von satten 40 Prozent hinnehmen. Wie groß die Einbußen 2021 waren, möchte Geschäftsführer Wolfgang Sila auf NEUE-Anfrage derzeit nicht beziffern. Nur so viel: „Es war ein äußerst bescheidenes Jahr. Wir haben die entsprechenden Förderungen genützt und Kurzarbeit in Anspruch genommen, aber in Summe haben wir leider negativ abgeschlossen.“ Auch derzeit sei es noch schwierig, weil noch nicht so viel los sei wie normalerweise.

Fohrenburger baut zwei neue Hallen.  Geplant sind eine neue Kommissionierungshalle sowie ein Gebäude für die Eventlogistik und den Kundendienst. <span class="copyright">handout Fohrenburger</span>
Fohrenburger baut zwei neue Hallen. Geplant sind eine neue Kommissionierungshalle sowie ein Gebäude für die Eventlogistik und den Kundendienst. handout Fohrenburger

Nichtsdestotrotz soll am Standort Bludenz kräftig investiert werden. Geplant sind unter anderem eine neue Kommissionierungshalle und ein Gebäude für die Eventlogistik und den Kundendienst. 6,5 Millionen Euro will die Brauerei dafür investieren. „Da wird richtig Geld in die Hand genommen. Das ist ein klares Bekenntnis zum Standort“, freut sich Sila, geschäftsführender Gesellschafter der Fohrenburg Brauerei, die 2019 von der – zum niederländischen Heineken-Konzern gehörenden – Brau Union mehrheitlich übernommen wurde.

Verhandlung am Donnerstag

Die gewerberechtliche Verhandlung für die Errichtung der zwei neuen Hallen findet übermorgen, Donnerstag, statt. Einkaufsleiter und Prokurist Christian Muigg, der das Neubauprojekt leitet, geht von einem Baustart Anfang März 2022 aus. Das Erweiterungsprojekt wird in zwei Phasen umgesetzt. Die Kommissionierungshalle soll bis November 2022 fertiggestellt sein. Noch unklar ist, wann die neue Lagerhalle in Betrieb gehen wird. „Wir versuchen, auch dieses Bauprojekt möglichst zeitnah umzusetzen, das kann aber schon noch zwei drei Jahre dauern“, erklärt Muigg.

Projektleiter Christian Muigg rechnet damit, dass die Bagger Anfang März auffahren können.  <span class="copyright">hartinger</span>
Projektleiter Christian Muigg rechnet damit, dass die Bagger Anfang März auffahren können. hartinger

Im östlichen Teil des Areals wird derzeit Platz für die Neubauten gemacht. Insgesamt fünf Gebäude wurden bzw. werden abgerissen, darunter der ehemalige Kundendienstbereich, eine Waschhalle und ein Wohnhaus für Mitarbeiter. Die beiden neuen Hallen haben ein Ausmaß von 1800 bzw. knapp 1000 Quadratmetern. Geplant hat sie der Bludenzer Architekt Christian Zottele, mit dem die Brauerei „eine ausgezeichnete Zusammenarbeit pflegt“, so Muigg. Auch bei der Errichtung der Hallen sollen ausschließlich Vorarlberger Unternehmen zum Zug kommen. „Es ist uns wichtig, dass die Wertschöpfung im Land bleibt“, betont der Projektleiter.

Aus für Niederlassung

Im Zuge der Erweiterung in Bludenz soll die Niederlassung in Mäder (Fohrenburg s’Fäscht GmbH) und in einem weiteren Schritt das Depot der Brau Union in Rankweil aufgelassen werden. Der Standort Mäder werde den Kunden dieses Jahr aber noch zur Verfügung stehen, lässt Sila wissen.

Seit vergangenem Jahr wird in Bludenz auch der Gösser-Radler für den deutschen Markt abgefüllt. Um dies möglich zu machen, wurden zwei Millionen Euro investiert und eine zweite Schicht aufgebaut. „Das hilft uns enorm. Damit konnten wir einiges kompensieren“, so der Geschäftsführer.

Bio-Hofbier

Sehr zufrieden zeigt sich Sila mit der Nachfrage nach dem selbst produzierten „Bio Hofbier“. Dieses kommt offenbar nicht nur bei den Konsumenten in Vorarlberg gut an, sondern auch in der Bundeshauptstadt Wien, wo es seit vergangener Saison in der Luftburg im Wiener Prater ausgeschenkt wird. Mit einem weiteren renommierten österreichischen Gasthaus, welches das Bio-Hofbier zumindest als Zweitbier auf die Karte nehmen will, steht Sila in abschließenden Verhandlungen.

Das vergangene Jahr lief aufgrund der Pandemie äußerst bescheiden. Die Investition von 6,5 Millionen Euro ist jedoch ein klares Bekenntnis zum Standort Bludenz.“

Wolfgang Sila, Geschäftsführer
Wolfgang Sila, Geschäftsführer <span class="copyright">© Udo Mittelberger</span>
Wolfgang Sila, Geschäftsführer © Udo Mittelberger

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