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„2027 steht in Dornbirn ein neues Stadion“

05.02.2022 • 22:16 Uhr / 8 Minuten Lesezeit
Der designierte neue Obmann Hubert Domig wird dem FC Dornbirn neue Türen öffnen.<br><span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Der designierte neue Obmann Hubert Domig wird dem FC Dornbirn neue Türen öffnen.
Klaus Hartinger

Hubert Domig ist neuer designierter Obmann des FC Mohren Dornbirn.

Der FC Mohren Dornbirn war schon lange auf der Suche nach einem neuen Obmann. Wann kam der Verein zum ersten Mal auf Sie zu?
Hubert Domig: Vor einigen Jahren hat mich der Verein zum ersten Mal gefragt, ob ich Interesse an dieser Aufgabe habe. Damals habe ich mein Geschäft noch selbst geleitet und gesagt, das geht sich nicht aus. Mir war bewusst, dass der Verein über ein riesiges Potenzial verfügt, aber sehr vieles an Geschäftsführer Andreas Genser hängenbleibt.

Warum hat sich Ihre Meinung schließlich geändert?
Domig: Im Jänner 2021 habe ich meine Firma an meine Söhne übergeben, ich selbst bin nur noch mit einzelnen Projekten im Hintergrund betraut. Wir haben sechs Areale, die entwickelt werden müssen, diese Aufgabe gefällt mir. Ich habe meine Söhne gefragt, ob es für Sie okay wäre, wenn ich den FC übernehme. Sie hatten keine Einwände. Dann habe ich Andi (Genser; Anm.) gesagt, ich lasse mich für das Präsidentenamt vorschlagen. Für fünf Jahre stelle ich mich zur Verfügung, für diese Zeit gibt es klare Vorgaben zu erfüllen und Ziele zu erreichen.

Was gefällt Ihnen an Ihrer neuen Aufgabe, für die Sie demnächst gewählt werden?
Domig: Der Verein hat unglaubliches Potenzial, ja die gesamte Stadt. Es war in der Vergangenheit vor allem eine Management­geschichte, alle Aufgaben wurden an Andreas delegiert. Ich möchte etwas aufbauen, mir geht es gewiss nicht ums Geld, mein Amt werde ich ehrenamtlich ausführen. Es geht um das Kribbeln, um den Beweis, dass beim FC vieles möglich ist.

Sie kennen den Verein ja schon lange …
Domig: … wir sind seit zehn Jahren Sponsor beim FC Dornbirn. Ich bin ja kein Fußballer, damit hatte ich nie etwas zu tun. Eigentlich komme ich vom Ringen, war Obmann bei den Klauser Ringern und habe dort als Trainer gearbeitet. Das Vereinsleben an sich kenne ich deshalb ganz gut. Und jetzt ist der Reiz auf etwas Neues groß. Ich hatte etwas Luft und Zeit und bin keiner, der ins Gasthaus sitzt, deshalb wollte ich das Amt übernehmen. In den vergangenen drei Wochen, in denen ich als designierter Präsident fungiere, haben wir bereits gigantisch viel geschafft.

Die Rolle des Obmanns wird in verschiedenen Vereinen sehr unterschiedlich interpretiert. Wie wollen Sie agieren?
Domig: Ich werde ein aktiver Obmann sein, nur repräsentieren interessiert mich nicht. Meine Person ist nicht wichtig, viel wichtiger ist, was man macht und was sich entwickelt.

Wo soll der FC Dornbirn in fünf Jahren stehen?
Domig: Nach wie vor in der 2. Liga, ich möchte wieder die Situation der 70er- bis 80er-Jahre haben, als Dornbirn über Jahre ein fester Bestandteil der 2. Division war. Der FC Dornbirn muss eine Institution in der zweithöchsten Spielklasse werden, dafür wird alles investiert.

Das ist insofern eine Herausforderung, da der Verein aktuell über das niedrigste Budget aller Zweitligisten verfügt.
Domig: Bei weitem sogar.


Wie soll die Weiterentwicklung funktionieren?
Domig: Ich habe aufgrund meiner Tätigkeit in der Vergangenheit einen besseren Zugang zu den Sponsoren. Dabei spreche ich sicher jenes Klientel an, das auch während der Pandemie gut Geld verdient hat – also das Bau- und Immobiliengewerbe sowie den Handel. Außerdem bin ich ein Präsident, der voll auf Leistung setzt. Zu mir muss kein Spieler kommen und sich darüber beklagen, dass er nicht aufgestellt wird. Der würde von mir die gleiche Antwort bekommen, die er auch vom Trainer erhält: Wenn du genügend Leistung bringst, wirst du auch aufgestellt.

Im Testspiel am Samstag gegen die WSG Tirol präsentierte sich der FC Dornbirn stark. <span class="copyright">Steurer</span>
Im Testspiel am Samstag gegen die WSG Tirol präsentierte sich der FC Dornbirn stark. Steurer

Was soll sich im Vergleich zur Vergangenheit beim Verein verändern?
Domig: Das Management. Ein weiteres Ziel ist: Am Ende meiner Tätigkeit 2027 steht das neue Stadion, darauf habe ich sogar gewettet.

Die Infrastruktur war auch bei der letzten Generalversammlung ein großes Thema.
Domig: Die Stadionthematik ist bekannt. Das entspricht eher einem bulgarischen Viertligisten – das habe ich so auch bei der Stadt deponiert –, aber nicht Dornbirn. Wir sind die reichste Stadt, die größte Stadt im Land und die zehntgrößte Öster­reichs, 50.000 Einwohner. Sollte es am Ende nicht hinhauen, habe ich kein Problem zu sagen: Ich habe es zumindest versucht. Mit Niederlagen kann ich umgehen, aber wenn ich die Entscheidungsgewalt habe, übernehme ich gerne die Verantwortung – auch finanziell, sollte es ein Loch geben. Ich sehe einfach das enorme Potenzial, die Stimmung in der Mannschaft ist sensationell. Mit Trainer Muhammet Akagündüz verstehe ich mich ausgezeichnet, wie wenn wir uns schon jahrelang kennen würden.

Hubert Domig mit dem Neo-Trainer Muhammet Akagündüz. <span class="copyright">Hartinger</span>
Hubert Domig mit dem Neo-Trainer Muhammet Akagündüz. Hartinger

Was macht Sie optimistisch, dass das Stadion bereits in fünf Jahren stehen wird?
Domig: Wir hatten bereits zwei Gespräche mit den Verantwortlichen der Stadt Dornbirn, es waren sehr offene Gespräche auf Augenhöhe. So wird es bleiben, sie sind froh um einen klaren Ansprechpartner. Von uns bekommen sie jede Unterstützung, die nötig sein wird. Das Gesprächsklima wird jedenfalls gut bleiben, ich kenne sowohl die Situation als Politiker als auch als Vereinsvertreter. Die Birkenwiese kennt man schließlich in ganz Österreich.

Welche weiteren Impulse wollen Sie setzen?
Domig: Die Jugendarbeit im Verein läuft sehr gut. Auch Werner Brunold mit den FC Dornbirn Ladies leistet hervorragende Arbeit. Leider haben wir auf unserer Anlage aktuell keinen Platz, die Lösung mit Lauterach ist eine gute. Es ist nach wie vor der FC Dornbirn, ich unterstütze ihn moralisch.

Domig im Interview in seinem Immobilienbüro. <span class="copyright">Hartinger</span>
Domig im Interview in seinem Immobilienbüro. Hartinger

In der näheren Umgebung gibt es mit dem SCR Altach, Austria Lustenau und dem VfB Hohenems zahlreiche Klubs mit Ambitionen. Wie ist das Verhältnis zu den anderen Vereinen?
Domig: Ich kenne noch niemanden, das ist mir aber auch beim FC Dornbirn so gegangen. Bisher ging es vor allem um die Neuzugänge, die wir verpflichtet haben. Dabei mussten wir vor allem die finanziellen Rahmenbedingungen erfüllen. Das ist uns sensationell gut gelungen. Im Frühjahr werden wir außerdem einen professionellen Sportdirektor engagieren. Wir müssen professioneller werden und dort sparen, wo es geht und Sinn macht. Dazu schauen wir uns den gesamten Verein an.

Mit Mario Stefel und Amir Abdijanovic sind erneut zwei Spieler vom SCR Altach nach Dornbirn gewechselt, im Vorjahr gab es eine Kooperation der Vereine. Können Sie sich vorstellen, diese zu intensivieren?
Domig: Ich kann mir sehr viel vorstellen, aber muss alles noch auf mich zukommen lassen. Wir werden mit allen Gespräche führen, wenn die Basis passt und wir auf Augenhöhe agieren, ist vieles möglich.