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Millionenschwere Zwangsversteigerung

07.02.2022 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Teil des Komplexes des "Huberhus" in Warth, das zwangsversteigert wird.<span class="copyright"> Ediktsdatei</span>
Ein Teil des Komplexes des "Huberhus" in Warth, das zwangsversteigert wird. Ediktsdatei

Früherer, verstorbener Besitzer wegen Steuerhinterziehung verurteilt.

In der Tourismusgemeinde Warth am Tannberg kommt es Anfang März 2022 zu einer millionenschweren Zwangsversteigerung von mehreren touristisch zu nutzenden Gebäuden und mehr als 620.000 Quadratmeter land- und forstwirtschaftlichen Flächen. Im Zentrum dieser Versteigerung steht das mitten im Ort befindliche Appartementhotel „Huberhus“ samt diversen Nebengebäuden. Das geht aus der Ediktsdatei der Republik Österreich hervor. Die Zwangsversteigerung findet am Bezirksgericht Bezau statt.

Schätzwert 5,8 Millionen Euro

Der Schätzwert der gesamten Liegenschaft liegt gemäß einem Gutachten des Dornbirner Gerichtssachverständigen Robert Bischof bei 5,8 Millionen Euro. Das Mindestgebot liegt bei vier Millionen Euro. Im Appartementhotel befinden sich sieben Wohnungen mit insgesamt 63 Betten für „ständig wechselnde Gäste“. Der gesamte umbaute Raum beläuft sich auf 4.100 Quadratmeter. Teile der Gebäude sind bislang nicht zur Gänze fertiggestellt. Sie befinden sich jedoch in einem fortgeschrittenen Ausbauzustand, wie es in dem Gutachten heißt. Die bauliche Fertigstellung der Gesamtanlage wurde etwa Anfang 2020 eingestellt. Die Stammfläche mit dem Appartementhotel sei derzeit folglich noch ungenutzt.

Eine Zwangsversteigerung ist die einzige Möglichkeit, diese Immobilie zu verkaufen.

Helmut Winkler, Volksbank Vorarlberg

Die Geschichte des „Huberhus“ reicht in das Jahr 1893 zurück. Es wurde in den Jahren 2016 und 2017 wurden Teile des Gebäudes saniert. Im Jahr 2019 erfolgten der Abbruch des ehemaligen Wirtschaftstraktes und ein Neuzubau sowie die Errichtung eines weiteren Appartementhauses, eines Carports und eines Schuppens. Noch vor der Eröffnung wurde es entsprechend beworben.

Besitzer verstorben

Zur Zwangsversteigerung verpflichtet sind Petra Heinzl aus Bad Waldsee (D) sowie der Nachlass des Unternehmers Christian Heinzl mit identer Adresse in Bad Waldsee. Der im Großraum Ravensburg bekannte und gut vernetzte Unternehmer Heinzl von der damaligen Unternehmensgruppe Heinzl ist im Sommer 2019 überraschend verstorben, wie dortige regionale Medien berichteten. Heinzl wurde nur 43 Jahre alt. Kurz vor seinem Tod wurde der Unternehmer unter anderem wegen Steuerhinterziehung angeklagt und verurteilt.

Von Volksbank versteigert

Betrieben wird die Zwangsversteigerung von der Volksbank Vorarlberg. Vorstandsmitglied Helmut Winkler erklärte auf Anfrage der Wirtschaftspresseagentur, dass die Verlassenschaft von Heinzl bekanntlich insolvent geworden sei. „Eine Zwangsversteigerung ist eine Möglichkeit, diese Immobilien zu verkaufen“, so Winkler. Immerhin müsse man bedenken, dass das Appartementhotel noch nicht ganz fertiggestellt sei. Die Volksbank Vorarlberg habe diverse Forderungen, weshalb sie die Zwangsversteigerung angestoßen habe.

Günther Bitschnau / wpa