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„Wie ein Verrückter gefahren“: Unfalllenker verurteilt

08.02.2022 • 19:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Unfall ereignete sich am 9. August 2021. <span class="copyright">VOL.at</span>
Der Unfall ereignete sich am 9. August 2021. VOL.at

Geldstrafe für 20-Jährigen, der keinen Führerschein hat und Auto des Onkels entwendete. Beifahrer schwer verletzt.

Als „Wahnsinn“ bezeichnete Richter Richard Gschwenter das Verhalten des 20-jährigen Angeklagten, der am 9. August 2021 „wie ein Verrückter durch die Gegend gefahren“ sei. Zumindest mit 90 statt der erlaubten 50 km/h kam der Autofahrer nach den gerichtlichen Feststellungen in Schwarzach in einer Kurve von der Straße ab. Bei dem Unfall erlitt sein 20-jähriger Beifahrer mehrere schwere Verletzungen: Hirnblutung, Lungenriss, Fersenbeinfraktur.
Der Pkw-Lenker hat keinen Führerschein und an jenem Abend das Auto seines Onkels unbefugt in Betrieb genommen. Der Facharbeiter nahm ohne Einwilligung seines Onkels den Fahrzeugschlüssel weg.

4500 Euro Geldstrafe

Wegen unbefugten Gebrauchs von Fahrzeugen und fahrlässiger Körperverletzung wurde der unbescholtene Angeklagte am Dienstag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch zu einer Geldstrafe von 4500 Euro (300 Tagessätze zu je 15 Euro) verurteilt. Als Teilschmerzengeld hat der türkischstämmige Österreicher dem Unfallopfer vorerst 1000 Euro zu bezahlen. Das Urteil, mit dem der von Stefan Denifl verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Simon Mathis einverstanden waren, ist bereits rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre zwei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht umgerechnet fünf Monaten Haft. Weil der Angeklagte unbescholten sei, müsse er nicht ins Gefängnis, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Andererseits sei für den Ersttäter eine teilbedingte Geldstrafe nicht infrage gekommen, wegen der weit überhöhten Geschwindigkeit und der schweren Verletzungen des Beifahrers.

Keine Freunde mehr.

Der Beifahrer sagte als Zeuge, der Angeklagte habe vor der Fahrt behauptet, er habe in der Steiermark den Führerschein gemacht. Der Angeklagte bestritt das und gab zu Protokoll, er habe die Führerscheinprüfung nicht geschafft. Die beiden 20-Jährigen sind seit dem Unfall keine Freunde mehr.

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