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Beleidigung: Mitarbeiter nach 23 Jahren entlassen

11.02.2022 • 19:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Arbeitsprozess am Landesgericht. <span class="copyright">Hartinger</span>
Arbeitsprozess am Landesgericht. Hartinger

Entlassener Textilarbeiter bestreitet in Arbeitsprozess, dass er einen Schulungsleiter beleidigt hat.

Nach Darstellung der beklagten Partei hat der Arbeiter während einer Schulung an einer Maschine den belgischen Schulungsleiter beleidigt. Er soll diesen unter anderem als Trottel bezeichnet haben. Der Kläger bestreitet den Vorwurf und sagt, er habe den Schulungsleiter nicht beleidigt, seine Entlassung sei zu Unrecht erfolgt. Im anhängigen Arbeitsprozess am Landesgericht Feldkirch fordert er aber nicht seine Weiterbeschäftigung im Unternehmen der beklagten Partei. Stattdessen verlangt der anwaltlich von Sanjay Doshi vertretene Kläger eine Kündigungsentschädigung und vor allem eine Abfertigung. Schließlich hat er nach eigenen Angaben 23 Jahre lang für die Firma gearbeitet. Sollte die Entlassung gerichtlich bestätigt werden, würde der Kläger keine Abfertigung erhalten.

Vergleichsgespräch gescheitert

Der Arbeitsprozess hat am Freitag begonnen. In der vorbereitenden Tagsatzung scheiterten Vergleichsgespräche. Das beklagte Unternehmen war zu keinen Zahlungen zur sofortigen Beendigung des Rechtsstreits bereit. Zumal es in der Vergangenheit drei weitere Vorfälle mit Fehlverhalten des Klägers im Betrieb gegeben habe. Arbeitsrichter Gabriel Rüdisser vertagte die Verhandlung auf April. In der nächsten Tagsatzung soll auch der in Belgien lebende Schulungsleiter in Feldkirch als Zeuge aussagen. Unmittelbar nach dem Vorfall habe der Belgier sogar Angst gehabt, dass der Kläger ihn in Belgien aufsuchen könnte, sagte Beklagtenvertreter Alexander Wittwer. Zumal der Kläger den Schulungsleiter auch noch angerufen habe, was der Kläger bestreitet.
Die Entlassung ihres Mitarbeiters begründete das beklagte Unternehmen mit der erheblichen Ehrverletzung eines Kunden und der Vetrauensunwürdigkeit des Klägers.

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