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„Kindesmisshandlung führt ins Gefängnis“

14.02.2022 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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24-Jähriger schüttelte und schlug vier Monate alte Tochter.

Der geständige Vater aus dem Bezirk Feldkirch schüttelte am 9. Mai 2021 seine schreiende Tochter und versetzte dem vier Monate alten Baby zudem eine Ohrfeige. Dadurch erlitt der Säugling ein Schütteltrauma und wurde schwer verletzt. Das gewalttätige Vorgehen des Angeklagten habe zu einem fast gänzlichen Sehverlust am linken Auge des Kindes geführt, sagte Richter Dietmar Nußbaumer. Daran werde sich leider wohl nichts mehr ändern, gab der augenärztliche Gutachter vor Gericht zu Protokoll.

„Kindesmisshandlung führt ins Gefängnis, das muss völlig klar sein“, sagte Richter Nußbaumer. Die Strafe solle auch auf die Allgemeinheit abschreckend wirken.

Das Urteil

Der unbescholtene 24-Jährige wurde am Montag am Landesgericht Feldkirch zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil sechs Monate Haft. 18 Monate wurde für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen. Der Schuldspruch erfolgte wegen der Verbrechen der Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen und des Quälens von unmündigen Personen. Der Schöffensenat sei bei der Mindeststrafe geblieben, weil es sich um kein typisches Schütteltrauma-Verfahren handle. Denn der Angeklagte habe sich in einer akuten Belastungssituation befunden.

Dazu sagte Verteidiger Edelbert Giesinger, sein Mandant sei überfordert gewesen. Der junge Mann sei von der erst 16-jährigen Kindesmutter gerade eben verlassen worden. Der Arbeiter sei nach der Schicht nach Hause gekommen und habe Alkohol getrunken, weil er mit dem Baby alleingelassen worden sei. Weil das Kleinkind geschrien habe, habe er leider die Kontrolle verloren. Ihm sei nun das Sorgerecht entzogen worden. Er dürfe seine Tochter lediglich jede Woche für eine Stunde sehen. Mittlerweile befinde er sich mit der jungen Kindesmutter wieder in einer Beziehung. Der Angeklagte sagte, ihm tue unendlich leid, was er seiner Tochter angetan habe. Er bereue das zutiefst. Jetzt wolle er alles dafür tun, dass es eine gemeinsame Zukunft für seine Familie gebe.

Teilschmerzengeld

Als vorläufiges Teilschmerzengeld hat der Facharbeiter der Geschädigten 2000 Euro zu bezahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch, Staatsanwalt Manfred Melchhammer verzichtete auf Rechtsmittel. Der Strafrahmen belief sich auf zwei bis zehn Jahre Gefängnis.

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