Lokal

Bachbrücke stürzte ein: Junger Maurer starb

15.02.2022 • 19:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess wegen grob fahrlässiger Tötung. <span class="copyright">Hartinger</span>
Prozess wegen grob fahrlässiger Tötung. Hartinger

Angeklagte sollen Tragsicherheit der Brücke falsch eingeschätzt haben.

Bei einem Arbeitsunfall im Montafon wurde im Oktober 2017 ein 18-jähriger Maurer getötet. Der Lehrling arbeitete in Gargellen im Bachbett unter einer kleinen Brücke, die saniert wurde. Der Unterbau der Brücke löste sich am Nachmittag, das vier Tonnen schwere Betonwiderlager stürzte ins Bachbett. Dabei wurde der Unterkörper des kurz vor seiner Lehrabschlussprüfung stehenden Arbeiters eingeklemmt. Feuerwehr, Bergrettung und Rettung konnten ihn zwar befreien. Der Schwerverletzte starb dann aber am Abend im Krankenhaus.

Das Arbeitsinspektorat kam bei seinen Erhebungen zum Ergebnis, dass die Sicherheitsvorkehrungen mangelhaft waren. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch macht in ihrem Strafantrag zwei Bauverantwortlichen den Vorwurf, sie hätten grob fahrlässig den Tod des 18-Jährigen herbeigeführt. Die Strafverfolgungsbehörde legt den beiden Angeklagten im Alter von 46 und 60 Jahren das Vergehen der grob fahrlässigen Tötung zum Vorwurf. Der Strafprozess findet am 24. Februar am Landesgericht Feldkirch statt. Richter Thomas Wallnöfer hat die Hauptverhandlung für zwei Stunden angesetzt. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

Augenscheinliche Schäden

Das wird dem einen Angeklagten vorgeworfen: Er hat aus Sicht der Staatsanwaltschaft vorgeschlagen, eine neue Betonplatte auf die bestehende Brücke anzubringen und dazu eine Bewehrungsskizze erstellt. Ohne, trotz augenscheinlicher Schäden an der bestehenden Brücke und trotz des Fehlens von Bauplänen der ursprünglichen Konstruktion, erforderliche Abklärungen zur Tragsicherheit vorzunehmen. Der andere Angeklagte hat es nach Darstellung der Anklagebehörde unterlassen, bei der Planung der Sanierungsarbeiten der Brücke dafür Sorge zu tragen, dass während der Bauzeit jederzeit die Tragsicherheit gegeben sein muss.

Verhandlung in Feldkirch

Zunächst wurde wegen fahrlässiger Tötung Anklage erhoben, mit einer Strafdrohung von bis zu einem Jahr Haft für den Fall eines Schuldspruchs. Beim Strafprozess am Bezirksgericht Bludenz wurde ein Unzuständigkeitsurteil gefällt. Weil das Bezirksgericht zur Ansicht gelangte, dass der Verdacht der grob fahrlässigen Tötung besteht. Dafür beträgt der Strafrahmen bis zu drei Jahre Gefängnis. Bezirksgerichte sind nur für Vergehen mit einer Höchststrafe von einem Jahr zuständig. Deshalb wird nun am Landesgericht verhandelt.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.