Lokal

Freund droht damit, Nacktfotos weiterzugeben

15.02.2022 • 19:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
21-jährige Freundin bei Beziehungsstreit bedroht und genötigt. <span class="copyright">Hartinger</span>
21-jährige Freundin bei Beziehungsstreit bedroht und genötigt. Hartinger

Teilbedingte Geldstrafe für unbescholtenen 25-Jährigen.

Während eines Beziehungsstreits drohte der geständige Angeklagte aus dem Bezirk Feldkirch am 22. Dezember 2021 seiner Freundin damit, intime Fotos von ihr weiterzugeben und ihr Zähne auszuschlagen. Zudem packte der 25-Jährige die 21-Jährige am Hals und stieß sie zu Boden. Damit verhinderte er, dass sie zu seinem Auto gehen konnte.

Das trug dem Angeklagten am Dienstag bei der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen gefährlicher Drohung und Nötigung ein. Dafür wurde der unbescholtene Schichtarbeiter mit dem Netto-Einkommen von 2000 Euro zu einer teilbedingten Geldstrafe von 2560 Euro (160 Tagessätze zu je 16 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 960 Euro (60 Tagessätze). 1600 Euro (100 Tagessätze) wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen.
Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn der Angeklagte und der Staatsanwalt nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht umgerechnet zwei Monaten Haft.

Weiterhin ein Paar

Sie hätten sich gleich nach dem Vorfall versöhnt und seien weiterhin ein Liebespaar, sagten der 25-Jährige und die 21-Jährige vor Gericht. Sie habe nach der Aussprache ihre Strafanzeige bei der Polizei zurückziehen wollen, das sei aber nicht möglich gewesen, gab die junge Frau zu Protokoll. Richter Richard Gschwenter gab ihr den Tipp, allfällige ähnliche Vorfälle in Zukunft wieder anzuzeigen. Der Strafrichter sah von einer diversionellen Erledigung ab, weil der Österreicher türkischer Abstammung schon vier Diversionen erhalten hat und einmal sogar verurteilt wurde. Die Vorstrafe wurde inzwischen aber getilgt. Das nunmehrige schriftliche Urteil darf er beim Gericht abholen, damit seine Eltern davon nichts erfahren.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.