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Weniger Gewalt, mehr Cybercrime

15.02.2022 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Strafdelikte die sich gegen Polizeibeamte richteten, gingen 2021 zurück.<span class="copyright">Vol.at, Philipp Steurer</span>
Strafdelikte die sich gegen Polizeibeamte richteten, gingen 2021 zurück.Vol.at, Philipp Steurer

2021 gab es laut Statistik weniger Gewalttaten und Eigentumsdelikte.

Die Kriminalität ist in Vorarlberg im vergangenen Jahr stärker zurückgegangen als im Bundesdurchschnitt. 18.437 angezeigte Straftaten (-9,3 Prozent gegenüber 2020) bedeuteten den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Bundesweit fiel die Zahl der Anzeigen um 5,3 Prozent. Die Vorarlberger Aufklärungsquote stieg von 62,2 auf 63,3 Prozent (Österreich: 55,3 Prozent), damit liegt die Klärungsquote im Bundesland seit 2016 regelmäßig über 60 Prozent.
„Dass die Polizistinnen und Polizisten in Vorarlberg trotz zahlreicher pandemiebedingter Zusatzaufgaben weiterhin diese hohe Anzahl an Klärungen bewerkstelligen konnten, spricht für ihre professionelle und ambitionierte Einstellung zum Polizeiberuf“, zeigt sich Landespolizeidirektor Hans-Peter Ludescher in einer Aussendung erfreut. Die Gesamtzahl der Anzeigen untermauere die positive Sicherheitslage in Vorarlberg.

Pandemie geschuldet

Wie im übrigen Bundesgebiet sei der Rückgang der Kriminalität ganz erheblich der Coronapandemie geschuldet. So habe sich etwa die Begrenzung der persönlichen Bewegungsfreiheit ebenso ausgewirkt wie die Einschränkungen im Grenzverkehr auf Tourismus und reisende Täter, meint Ludescher. Signifikant zeigt sich das etwa im Rückgang von Ski- und Snowboard-Diebstählen (von 221 Fällen 2020 auf 14 Fälle 2021), einer geringeren Fallzahl im Bereich der Eigentumskriminalität als auch in weniger strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben.


Die Anzahl der Delikte gegen fremdes Vermögen ging um 11,8 Prozent auf 9485 Fälle (2020: 10.750 Delikte) zurück. Einbruchsdiebstähle im Allgemeinen nahmen um 32,4 Prozent ab (2020: 2036; 2021: 1377 Anzeigen), Einbruchsdiebstähle in Wohnräume im Speziellen um 30,1 Prozent (von 166 auf 116 angezeigte Straftaten; Aufklärungsquote: 35,3 Prozent).
Bei Delikten gegen Leib und Leben war der Rückgang mit 11,2 Prozent (2020: 4129; 2021: 3666 Anzeigen; Aufklärungsquote: 93,7 Prozent) ebenfalls deutlich. Die Zahl der Anzeigen wegen Mordes verringerte sich von sieben im Jahr 2020 auf drei im vergangenen Jahr.


Auch wurden weniger Strafdelikte verzeichnet, die sich gegen Polizeibeamte richteten (119 Fälle, das ist ein Minus von 11,9 Prozent).
Demgegenüber stehen Delikte, die aufgrund der Pandemie-Situation eine Steigerung erfahren haben: Darunter fallen Straftaten, die kaum oder gar nicht verzeichnet werden, wie die vorsätzliche Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten – Steigerung von sechs auf 37 Anzeigen.


Auch der steigende Trend im Bereich der Internetkriminalität setzte sich 2021 fort. Die Zahl der Fälle stieg 2021 stark um 43,6 Prozent (2020: 1216; 2021: 1746 Anzeigen) an. Als Beispiele nannte Ludescher den Internetbetrug (von 784 auf 1018 Delikte, +29,8 Prozent) sowie Fälle von „Erpressung im Internet“ (vornehmlich mit sexuellem Inhalt) mit einem Mehr von 70 Anzeigen (2020: 48).

Ausländische Staatsbürger

Nach Angaben von Ludescher besaßen 37,7 Prozent der im Vorjahr ausgeforschten 13.373 Tatverdächtigen eine ausländische Staatsbürgerschaft (2020: 41,1 Prozent). In erster Linie handelte es sich dabei um Deutsche, gefolgt von Personen aus der Türkei und Rumänien. Diese Reihenfolge der jeweiligen Staatszugehörigkeiten ist gleich geblieben.

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