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Haft: Bierflasche ins Gesicht geschlagen

18.02.2022 • 18:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Neun Monate Gefängnis für Vorbestraften. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Neun Monate Gefängnis für Vorbestraften. Klaus Hartinger

30-Jähriger schlug einem 52-Jährigen Bierflasche vier Mal gegen Hinterkopf und einmal ins Gesicht.

Der mit 1,2 Promille alkoholisierte 52-jährige Mann hatte großes Glück, dass er bei dem gefährlichen Vorfall nur eine Jochbeinfraktur im Gesicht und Abschürfungen erlitten hat.
Denn der 30-jährige Angeklagte hat ihm nach den gerichtlichen Feststellungen am 19. Juli 2021 in Dornbirn-Wallenmahd zwischen einem Lebensmittelgeschäft und einer Bushaltestelle eine fast vollständig gefüllte Bierflasche vier Mal gegen den Hinterkopf und einmal ins Gesicht geschlagen. Danach hat der alkoholisierte Angeklagte dem wehrlos am Opfer liegenden Opfer nach Ansicht der Richter zudem noch einen Tritt versetzt.

Schwere Körperverletzung

Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Magdalena Rafolt wertete die Tat am Freitag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch als Verbrechen der schweren Körperverletzung. Dafür wurde der mit zehn Vorstrafen belastete Unterländer zu 15 Monaten Haft verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil fünf Monate. Hinzu kommen vier Haftmonate aus einer einschlägigen Verurteilung vom August 2019, die ursprünglich bedingt gewährt worden waren.

Damit beläuft sich die zu verbüßende Gesamtstrafe auf neun Monate Haft. Ob der ledige Metallarbeiter dafür eine Fußfessel erhält, entscheidet die Justizanstalt Feldkirch. Allerdings ist das Urteil nicht rechtskräftig.
Der Angeklagte und Staatsanwalt Johannes Hartmann nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Keine Absicht festgestellt

Der Strafrahmen bewegte sich zwischen sechs Monaten bis fünf Jahren Gefängnis. Angeklagt wurde der 30-Jährige wegen absichtlich schwerer Körperverletzung, mit einer Strafdrohung von ein bis zehn Jahren Haft. Aber der Schöffensenat ging nicht davon aus, dass der Angeklagte seinen Freund absichtlich schwer verletzt hat.

Der Angeklagte, der von seinem Widersacher zuerst in den Schwitzkasten genommen worden sei, habe in seiner Wut eine Notwehrüberschreitung begangen, sagte Richterin Rafolt.

Begonnen habe alles damit, dass der Angeklagte behauptet habe, die Freundin des 52-Jährigen sei eine Nutte, sagte der 52-Jährige als Zeuge. Danach sei er vom Angeklagten aufgefordert worden, für ein Bier für ihn zu tanzen

Nur einmal getroffen

Verteidiger Dominik Brun beantragte einen Freispruch wegen berechtigter Notwehr. Der Angeklagte gab vor Gericht zu Protokoll, er habe seinen Kollegen mit der Bierflasche nur einmal getroffen. Er habe ihn damit im Gesicht gestreift.

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