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Coronainfektion: Söhne fahrlässig gefährdet

08.03.2022 • 21:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozesss am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">hartinger</span>
Prozesss am Landesgericht Feldkirch. hartinger

Geldstrafe für 51-Jährigen, der gegen BH-Absonderungsbescheid verstieß und Besuch empfing.

Beim vergleichsweise neuen Tatbild der Gefährdung durch Corona hängt es bei Strafprozessen am Landesgericht Feldkirch auch davon ab, welcher Richter oder welche Richterin urteilt.

So hat ein Strafrichter bislang stets Freisprüche gefällt, weil seiner Ansicht nach eine Coronainfektion noch kein Beleg für ein Ansteckungsrisiko ist. Die meis­ten Angeklagten werden im Sinne der Anklage wegen vorsätzlicher Gefährdung durch übertragbare Krankheiten verurteilt, zu Geldstrafen.
Richter Dietmar Nußbaumer hat sich nun in einem Verfahren für die dritte Variante entschieden. Er hat den angeklagten Vorsatz nicht angenommen und stattdessen nur wegen fahrlässiger Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten schuldig gesprochen. Dafür beträgt die mögliche Höchststrafe statt drei nur noch ein Jahr Gefängnis.

1800 Euro Strafe

Über den unbescholtenen 51-Jährigen wurde eine Geldstrafe von 1800 Euro (180 Tagessätze zu je 10 Euro) verhängt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der geschiedene Angestellte hat am 30. April 2021 während seiner Coronainfektion gegen den Absonderungsbescheid der BH Dornbirn verstoßen und verbotenerweise Besuch empfangen. Der geschiedene Mann hat seine beiden Söhne zu sich nach Hause zum Mittagessen eingeladen.
Damit habe er seine Kinder in Gefahr gebracht, mit dem Coronavirus infiziert zu werden, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Auch wenn die Gefahr am zwölften Tag seiner Infektion nicht mehr allzu groß gewesen sei.

Gutachten

Ein gerichtlich bestellter Infektiologe hatte in seinem Gutachten angegeben, es habe eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein Ansteckungsrisiko bestanden, das am elften Tag freilich nur noch 2,2 Prozent betragen habe. Am elften Tag hatte der angeklagte Infizierte einen PCR-Test gemacht, dessen positives Ergebnis mit einem CT-Wert von 17 er am angeklagten Tag danach noch nicht kannte.