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Metzler machte wett, was verloren ging

09.03.2022 • 17:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Firmenstammsitz des Handels- und Systemhaus Metzler GmbH &amp; Co KG in Röthis. <span class="copyright">metzler</span>
Der Firmenstammsitz des Handels- und Systemhaus Metzler GmbH & Co KG in Röthis. metzler

23 Prozent Umsatzrückgang im Jahr 2020, 23 Prozent Plus im letzten Jahr.

Das Handels- und Systemhaus Metzler GmbH & Co KG in Röthis, das im Besitz der deutschen Firmengruppe Hahn+Kolb ist, hat sich von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie deutlich erholt.

Nachdem das Geschäftsvolumen im Geschäftsjahr 2020 um knapp 23 Prozent auf 21,9 Millionen Euro zurückging, entwickelten sich die Umsätze im Vorjahr fast gleich stark genau in die Gegenrichtung. So erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von 26,9 Millionen Euro, ein Plus von annähernd 23 Prozent. Zeitgleich sei Metzler nach einem Jahr Unterbrechung auch wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt, wie Geschäftsführer Reinhard Metzler erklärte.

Starker Nachfrage-Einbruch 2020

Metzler begründet die Tal- und Bergfahrt mit den „extremen Auswirkungen“ des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 auf metallbe- und verarbeitende Industrie- und Gewerbebetriebe. Das ist das Kernklientel von Metzler. „Der Bedarf an Werkzeugen und Maschinen war sehr stark eingebrochen. Ab Jänner 2021 entwickelten sich die Geschäfte unerwarteterweise schnell wieder sehr stark.“ Ein maßgeblicher Grund dafür sei die Investitionsprämie, die von vielen Firmen genutzt worden sei.

Geschäftsführer Reinhard Metzler gründete die Firma, verkaufte sie dann aber.<span class="copyright">metzler</span>
Geschäftsführer Reinhard Metzler gründete die Firma, verkaufte sie dann aber.metzler

Für das Geschäftsjahr 2022 habe man sich ein Umsatzplus von etwa elf Prozent auf rund 29,4 Millionen Euro zum Ziel gesetzt. In den Monaten Jänner und Februar liege man mit plus 15 Prozent sogar darüber. „Wir sind derzeit noch auf Kurs“, so Metzler. Nicht abschätzbar seien jedoch die wirtschaftlichen Folgen des Krieges in der Ukraine. „Derzeit spüren wir noch nichts. Aber bei immer mehr Kunden gibt es verstärkte Bedenken und Unsicherheit.“ Das könne durchaus zu einem Abflachen des Wachstums führen, schätzt Metzler.

Lieferketten unterbrochen

Verschärfend kämen jetzt bislang in der Form unbekannte Lieferengpässe und deutliche Preissteigerungen zum Tragen. „Im Geschäftsjahr 2021 war davon noch nichts zu spüren. Seit Jahresbeginn sind wir mit der seltenen Situation konfrontiert, dass Maschinen und diverses Zubehör weit überdurchschnittlich lange Lieferzeiten haben. Denn die Lieferketten sind gestört.“ Das führe je nach Produkt zu Preissteigerungen um zehn bis 30 Prozent. Das gelte etwa für Artikel mit hohem Stahl- oder Kunststoff-Anteil. Der Chipmangel mache sich bei Messtechnik-Artikeln bemerkbar. „Es gibt auch die kuriose Situation, dass wir Maschinen oder Werkzeuge nicht bekommen, weil eher unbedeutende Teile wie spezielle Schrauben fehlen. Das gab es in dieser Form noch nie“, sagt Metzler. Er rechnet mit einer weiteren Verschärfung der Situation.

Mehr als 100.000 Artikel

Metzler beschäftigt derzeit 62 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Löwenanteil des Geschäftes entfällt auf Österreich, der Exportanteil liegt bei fünf bis sieben Prozent. Das Unternehmen produziert zum allergrößten Teil keine eigenen Produkte, sondern bietet als Handels- und Systemhaus seinen mehr als 2600 Firmenkunden komplette Lösungen für die gesamte Prozesskette, um deren Produktivität zu steigern. Das Produktportfolio umfasst mehr als 100.000 Artikel. Eine Ausnahme bilden zwei selbst entwickelte und in Feldkirch-Gisingen produzierte Produkte, die unter den eigenen Marken OPT-I-Store und Clip-O-Flex laufen. Dabei handelt es sich um Hartschaumeinlagen und Halterungssysteme.
Die Metzler GmbH & Co KG in Röthis ist nicht zu verwechseln mit der Metzler Fertigungstechnik GmbH in Feldkirch. Diese gehört zwar Reinhard Metzler. Das operative Geschäft wird aber von seinem Sohn Florian Metzler geführt.

Günther Bitschnau / wpa

firmengeschichte

Das Handels- und Systemhaus Metzler wurde 1990 von Reinhard Metzler gegründet. Acht Jahre später hat er das Handels- und Systemhaus an die deutsche Firmengruppe Hahn+Kolb verkauft, die wiederum zur deutschen Würth-Gruppe gehört. Als Geschäftsführer leitet er allerdings unverändert die Geschicke der Firma.