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In Betrieben ist Maske geblieben

11.03.2022 • 22:46 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Im Gemeindeamt Lustenau – hier beim Bürgerservice – wird noch oft Maske getragen.<span class="copyright">Gemeinde Lustenau</span>
Im Gemeindeamt Lustenau – hier beim Bürgerservice – wird noch oft Maske getragen.Gemeinde Lustenau

Auch wenn vom Staat nur wenige Coronaregeln vorgeschrieben sind, gibt es in Unternehmen Schutzmaßnahmen.

Seit einer Woche gelten so gut wie keine staatlich vorgeschriebenen Coronamaßnahmen mehr.

Doch jedes Unternehmen kann für sich selbst Schutzmaßnahmen beschließen. Die NEUE hat sich umgehört, wie das in einzelnen Betrieben gehandhabt wird.

Heike Ladurner-Strolz ist Chefin des Hotels Zimba in Schruns, Vizepräsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) sowie Landesvorsitzende der Organisation in Vorarlberg. Sie weiß: „Jedes Hotel hat eine andere Philosophie. Während die einen zum Beispiel das Tragen der Maske empfehlen, verzichten andere darauf.“ Im Hotel Zimba habe man lange überlegt, was man nach dem sogenannten Freedom-Day, an dem viele Maßnahmen gefallen sind, tun solle. „Wir wären froh, keine Maske mehr tragen zu müssen, aber wir haben uns schließlich entschieden, die FFP2-Maske zu empfehlen.“

Heike Ladurner-Strolz, Chefin des Hotels Zimba in Schruns.  <span style="color: rgba(111, 111, 111, var(--text-opacity)); font-size: 0.75rem; text-transform: uppercase;">Florian Lechner-Voels</span>
Heike Ladurner-Strolz, Chefin des Hotels Zimba in Schruns. Florian Lechner-Voels

Im Hotel habe man mit vielen Menschen zu tun, die nicht getestet seien, und die 40 Mitarbeiter sollten geschützt sein, begründet Ladurner-Strolz diese Maßnahme. „Wir haben schon genug Quarantänefälle aus dem privaten Bereich. Da wollen wir uns nicht auch noch bei der Arbeit anstecken.“

Bei Buffet sinnvoll

Die Gäste werden ebenfalls darauf aufmerksam gemacht, dass es eine Empfehlung für das Tragen der Maske gibt. Vor allem bei Bereichen wie dem Buffet, wo die Abstände nicht eingehalten werden können, sei der Mund-Nasen-Schutz sehr sinnvoll. „Es folgen auch viele Gäs­te der Empfehlung“, berichtet Ladurner-Strolz. Wobei man gut merke, aus welchen Nationen die Touristen stammen und wie die Coronasituation dort ist. Die Schweizer etwa, bei denen schon seit Längerem keine Maßnahmen mehr gelten, würden die Maske selten tragen, die Deutschen hingegen schon, da sie es von zu Hause gewohnt sind.
Bis vor zwei Wochen testeten sich die Mitarbeiter im Hotel Zimba regelmäßig. Nun wird das nur noch gemacht, wenn jemand Kontaktperson ist oder Symptome hat. Auch die Gäste werden gebeten, sich bei Auftreten von Symptomen zu testen. Ansonsten wird im Hotel Zimba darauf gesetzt, die Hände zu desinfizieren und Abstände zu halten.

„Kein richtig oder falsch.“

Manche Gäste seien ein wenig verwirrt bzw. würden es nicht verstehen, wenn sie im leeren Skibus Maske tragen müssen, in der vollen Gondel aber nicht. Dennoch seien viele Menschen erleichtert, so Ladurner-Strolz, dass keine strengen Regeln mehr gelten. Manche hingegen hätten angesichts der steigenden Zahlen Angst. „Es gibt zurzeit beide Seiten und wahrscheinlich auch kein richtig oder falsch“, meint die Hotelchefin. Zu einem Thema aber hat sie eine ganz klare Meinung: „Man hätte auch die Quarantäneregeln anpassen müssen. Wenn jemand nur zwei Tage krank ist, aber 14 Tage in Quarantäne bleiben muss, ist das sehr zu hinterfragen.“

Stefan Oberhauser, Niederlassungsleiter von Gebrüder Weiss in Vorarlberg. <span class="copyright">Gebrüder Weiss</span>
Stefan Oberhauser, Niederlassungsleiter von Gebrüder Weiss in Vorarlberg. Gebrüder Weiss

Orts- und Branchenwechsel: Bei der Logistikfirma Gebrüder Weiß in Lauterach arbeiten 700 Personen. Stefan Oberhauser, Niederlassungsleiter in Vorarlberg, berichtet, dass im Unternehmen nach wie vor Maskenpflicht außerhalb des eigenen engsten Arbeitsbereiches gilt, dass Abstände gehalten und Kontakte eingeschränkt werden. Schließlich trage man gegenüber den Mitarbeitern und Kunden eine Verantwortung, so Oberhauser. Und: „Wir haben als wichtiger Teil der kritischen Infrastruktur sichergestellt, dass die Logistik in Vorarlberg funktioniert. Einerseits haben wir die Haushalte mit dem täglichen Bedarf versorgt, andererseits für die Vorarlberger Wirtschaft und die Industrie die notwendigen Materialien organisiert und weltweit verteilt. Damit dies weiterhin in gewohntem Maße weiterläuft, halten wir an den Maßnahmen fest.“

Hohes Schutzniveau

Ähnliches wird von den ÖBB berichtet, die in Vorarlberg knapp 1300 Menschen beschäftigen. Bei den betriebskritischen Bereichen gelte nach wie vor ein höheres Schutzniveau, so Pressesprecher Christoph Gasser-Mair. Es beinhaltet ein Besuchsverbot von externen Personen, virtuelle Übergaben und fixe Teams, sodass im Falle einer Ansteckung das andere Team einsatzfähig bleibt. Zudem gilt bei den ÖBB nach wie vor die 3G-Regel am Arbeitsplatz – nicht nur bei den betriebskritischen Bereichen, sondern auch bei den Büro- und Verwaltungsjobs. „Wir müssen die kritische Infrastruktur, also den Bahn- und teilweise auch Busverkehr, aufrechterhalten, und wir wollen Mitarbeiter und Kunden schützen“, begründet Gasser-Mair die Regeln.

Ein Bild von der ÖBB-Lehrwerkstätte in Bludenz. Hier gelten 3G und Maskenpflicht.<span class="copyright">öbb</span>
Ein Bild von der ÖBB-Lehrwerkstätte in Bludenz. Hier gelten 3G und Maskenpflicht.öbb

In den Büros werde nach einem Rotationsprinzip gearbeitet, was die Präsenz betrifft. Sprich: Manche Mitarbeiter arbeiten vor Ort, manche im Homeoffice. Die Maskenpflicht gilt in Innenräumen der Betriebsgebäude der ÖBB, und in den Zügen ist sie sowieso noch vom Staat vorgeschrieben.

Maskenpflicht bei Behörden

Die Maske wird auch noch bei der Marktgemeinde Lustenau getragen, berichtet Rebecca Emberson-Borufka, Büroleiterin im Sekretariat der Amtsleitung. Laut Verordnung des Staates gilt bei Behörden nach wie vor Maskenpflicht – das betrifft auch alle öffentlichen Bereiche des Lustenauer Rathauses und die Dienststellen. Eine Dienststelle ist zum Beispiel der Bauhof oder der Bürgerservice. Bei Letzterem tragen die Beschäftigten Maske, wenn ein Kunde kommt.
Am Arbeitsplatz und auf den Gängen im Rathaus selbst sei die Maske für die Mitarbeiter aber kein Muss, sondern eine Empfehlung, so Emberson-Borufka. „In Einzelbüros wird das meist so gehandhabt, dass der Mund-Nasen-Schutz aufgesetzt wird, wenn jemand in den Raum kommt. In anderen Büros stehen nach wie vor trennende Plexiglas-Scheiben.“ Die Empfehlung, eine FFP2-Maske zu tragen, gelte auch für die gemeindeeigene Bibliothek und den Kunstraum Dock 20.
Homeoffice sei bei der Marktgemeinde kein großes Thema mehr. Wenn jemand infiziert, aber nicht mehr krank oder Kontaktperson ist, könne man jedoch von zu Hause aus zu arbeiten.

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