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Bildung: Wo das Land Millionen investiert

15.03.2022 • 19:59 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Knapp die Hälfte aller Lehrlinge, die ihren theoretischen Unterricht außerhalb Vorarlbergs absolvieren müssen, arbeiten in kunststoffverarbeitenden Unternehmen.<br><span class="copyright">ALPLA</span>
Knapp die Hälfte aller Lehrlinge, die ihren theoretischen Unterricht außerhalb Vorarlbergs absolvieren müssen, arbeiten in kunststoffverarbeitenden Unternehmen.
ALPLA

Angebot an Landesberufsschule 1 in Bregenz wird erweitert, neues Lehramt-Fernstudium und administrative Entlastung.


Das Thema Bildung stand am Dienstag einmal mehr im Mittelpunkt des Pressefoyers nach der Regierungssitzung. Landeshauptmann Markus Wallner und die ressortzuständige Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink (beide ÖVP) stellten dabei einige „Innovationen und Investitionen“ vor, die bereits seit geraumer Zeit bekannt sind. So soll etwa das Bildungs­angebot an den drei Landesberufsschulen (LBS) in Bregenz ausgebaut werden. Zudem wird es zur Bekämpfung des Lehrer­mangels – wie berichtet – ein berufsbegleitendes Fernstudium „Volksschule“ geben.
Im Bereich der Lehre ist geplant, das bestehende Bildungs­angebot an der Landesberufsschule in Bregenz um den Lehrberuf Kunststofftechnik- und Kunststoffformgebung zu erweitern. Wallner spricht von eine „maßgeblichen Verbesserung für die Wirtschaft und die Jugend.“

Die neue Ressourcenzuteilung an Pflichtschulen sei ein „Paradigmenwechsel“ , sagt Landesstatthalterin Schöbi-Fink. <span class="copyright">VLK</span>
Die neue Ressourcenzuteilung an Pflichtschulen sei ein „Paradigmenwechsel“ , sagt Landesstatthalterin Schöbi-Fink. VLK

Unterricht im Land

Die knapp 130 Vorarlberger Lehrlinge im Kunststoffsektor werden derzeit an der Landesberufsschule in Steyr unterrichtet. Den 16 kunststoffverarbeitenden Unternehmen – darunter namhafte und weltweit tätige Firmen wie Alpla, Faigle oder Tecnoplast – ist dieser Umstand ein Dorn im Auge. „Man hat uns gebeten, die Ausbildung ins Land zu holen“, sagt Wallner. Im Schuljahr 2025/2026 werden Kunststofftechnik-Lehrlinge aller Voraussicht nach noch in den bestehenden Räumlichkeiten der LBS Bregenz 1 unterrichtet. Im Herbst 2026 soll dann die erste Bauetappe der LBS-Erweiterung fertiggestellt sein und genügend Platz für alle Jahrgänge bieten.

Architekturwettbewerb

Laut Hochbaulandesrat Marco Tittler (ÖVP) wird für das neue „Schul-Zentrum“, das alle drei LBS in Bregenz miteinander verbinden soll, ein europaweiter Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Er rechne damit, dass im Frühjahr 2023 mit der gesamthaften Planung, ab dem Sommer 2024 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. Den Gesamtkostenrahmen für den Um- und Ausbau beziffert er mit 9,6 Millionen Euro. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die Fortschritte der Bauarbeiten an der Fachhochschule Vorarl­berg und der Landesberufsschule 2 in Dornbirn verwiesen. Letztere wurde aufgrund der stetig steigenden Schülerzahlen und dem daraus resultierenden Platzbedarf mit einem Gesamtaufwand von 11,7 Millionen Euro erweitert und aufgestockt. Für die große Erweiterung der Fachhochschule sind im heurigen Landesbudget 11 Millionen Euro vorgesehen.

Neues Studienangebot für künftige Pädagogen der Primarstufe. <span class="copyright">APA</span>
Neues Studienangebot für künftige Pädagogen der Primarstufe. APA

Fernstudium Volksschule

Landesstatthalterin und Bildungslandesrätin Schöbi-Fink ging dann noch etwas näher auf das neue Fernstudium Volksschule ein. Wie berichtet war Anfang März eine entsprechende Vereinbarung zwischen Bund, der Pädagogischen Hochschule (PH) Oberösterreich und der PH Vorarlberg unterzeichnet worden. Das neue Bachelorstudium richtet sich an Personen ab 25 Jahren mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung und dauert vier Jahre. Es ist stark geblockt und kann berufsbegleitend absolviert werden. „Mit dieser Organisationsform wird sichergestellt, dass Vorarlberger Studierende von hier aus ihr gesamtes Studium absolvieren können“, erklärt Schöbi-Fink. Das Fernstudium sei eine wesentliche Maßnahme, um einerseits Familie, Beruf und Studium vereinen zu können und andererseits dazu beizutragen, den Bedarf an Lehrpersonen nachhaltig zu sichern.

Die Ressourcenzuteilung wird transparenter, vergleichbarer und nachvollziehbarer.

Barbara Schöbi-Fink, Landesstatthalterin

Ressourcenzuteilung

Eine weitere Neuerung im Bildungsbereich betrifft die Ressourcenzuteilung an den Pflichtschulen. Die bisher geltenden Kriterien sollen den Bedürfnissen der einzelnen Schularten angepasst werden. Ausschlaggebend ist künftig die Anzahl und der Förderbedarf der Schüler sowie deren sozioökonomischer Status. Auch das spezifische Bildungsangebot soll mit einfließen. Die Ressourcenzuteilung werde dadurch wesentlich transparenter, vergleichbarer und nachvollziehbarer, so Schöbi-Fink.
Darüber hinaus werden die Schulleiter und Lehrpersonen durch eine zusätzliche finanzielle Unterstützung des Landes in ihren administrativen Tätigkeiten entlastet. So sollen die derzeit 42.500 Sekretariatsstunden um 40.000 Stunden aufgestockt werden. Das schaffe insbesondere mehr Raum für deren wichtige pädagogische Arbeit, erläutert die Landesstatthalterin. Die Kosten für den Ausbau der Schuladministration belaufen sich auf eine Million Euro.

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