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26-Jähriger im Zweifel von Vergewaltigung freigesprochen

16.03.2022 • 18:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">Hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch. Hartinger

Gericht konnte nicht feststellen, ob Angeklagter 20-jährige Bekannte zum Sex gewzungen hatte oder nicht.

Vom angeklagten Verbrechen der Vergewaltigung wurde der unbescholtene 29-Jährige am Mittwoch in einer Schöffenverhandlung am Landesgericht Feldkirch im Zweifel freigesprochen. Das mutmaßliche Opfer wurde mit seinen Schadenersatzansprüchen auf den Zivilrechtsweg verwiesen. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Thomas Wallnöfer ist nicht rechtskräftig. Denn Staatsanwältin Julia Berchtold nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Im Zweifel

Für den Schöffensenat sei nicht mit der für einen Schuldspruch erforderlichen Sicherheit feststellbar, ob der Geschlechtsverkehr zwischen dem Angeklagten und der jungen Frau einvernehmlich gewesen oder von ihm mit Gewalt erzwungen worden sei, sagte Richter Wallnöfer in seiner Urteilsbegründung. Das bedeute nicht, dass die Belastungszeugin gelogen habe. Aber im Zweifel sei zugunsten des Angeklagten zu entscheiden gewesenFür den Schöffensenat sei nicht mit der für einen Schuldspruch erforderlichen Sicherheit feststellbar, ob der Geschlechtsverkehr zwischen dem Angeklagten und der jungen Frau einvernehmlich gewesen oder von ihm mit Gewalt erzwungen worden sei, sagte Richter Wallnöfer in seiner Urteilsbegründung. Das bedeute nicht, dass die Belastungszeugin gelogen habe. Aber im Zweifel sei zugunsten des Angeklagten zu entscheiden gewesen.

Hände fixiert

Nach einem Lokalbesuch im April 2019 habe sich der damals 26-jährige Angeklagte nachts im Taxi zusammen mit der 20-jährigen Oberländerin zu ihr nach Hause fahren lassen, sagte Staatsanwältin Berchtold in ihrem Anklagevortrag. Deshalb habe sie ihn bei ihr im Bett übernachten lassen. Sie habe ihm aber erneut gesagt, dass sie mit ihm nicht intim werden wolle. In der Nacht sei sie mehrmals aufgewacht, weil er übergriffig geworden sei, und habe ihm stets gesagt, er solle damit aufhören. Zuletzt sei sie aufgewacht, als er gegen ihren Willen vaginal in sie eingedrungen sei und ihre Hände fixiert habe.

Nicht erkennbar

Verteidiger Thomas Raneburger beantragte einen Freispruch für den Angestellten aus dem Bezirk Feldkirch. Für seinen Mandanten sei nicht erkennbar gewesen, dass sie mit dem Geschlechtsverkehr nicht einverstanden war. Die falsche Anschuldigung habe bei seinem Klienten zum Ausbruch einer psychischen Krankheit geführt, die stationär behandelt werden habe müssen.
Angeklagt war das Verbrechen der Vergewaltigung, bei der die Tatfolgen einer schweren Körperverletzung entsprechen. In der Anklageschrift wurde dem 29-Jährigen vorgeworfen, durch die von ihm begangene Vergewaltigung sei die junge Frau schwer traumatisiert worden. Deshalb beantragte die Staatsanwaltschaft einen Schuldspruch mit einem erhöhten Strafrahmen von 5 bis 15 Jahren Gefängnis. Sonst beläuft sich die Strafdrohung für Vergewaltigung auf zwei bis zehn Jahre Haft.

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