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Wasser: Vorarlbergs unsichtbarer Schatz

22.03.2022 • 19:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gemeinden, Land und Bund investieren heuer 75 Millionen Euro in die Bereiche Wasserversorgung, Abwasserreinigung, Hochwasserschutz und Wildbach- und Lawinenverbauung. <span class="copyright">APA</span>
Gemeinden, Land und Bund investieren heuer 75 Millionen Euro in die Bereiche Wasserversorgung, Abwasserreinigung, Hochwasserschutz und Wildbach- und Lawinenverbauung. APA

Frage & Antwort. Vorarlberger verbrauchen nur ein Zehntel der vorhandenen Trinkwasserresourcen. Zwei Drittel davon werden aus dem Grundwasser gewonnen.


1. Wo kommt das Trinkwasser in Voralberg her?
Antwort: Zwei Drittel des Trinkwassers in Vorarlberg stammen aus dem Grundwasser, ein Drittel aus Quellen. Anlässlich des gestrigen Weltwassertags bezeichneten Landeshauptmann Markus Waller und der ressortzuständige Landesrat Christian Gantner (beide ÖVP) das Grundwasser als „wichtigsten Bodenschatz Vorarlbergs“.


2. Wo genau befinden sich die Grundwasserkörper?
Antwort: In den Talschaften und entlang der großen Flüsse. Sie haben eine Tiefe von 30 bis 300 Metern. Die größten Grundwasserkörper liegen im Rheintal, im Walgau und am Unterlauf der Bregenzerach. Aber auch im Montafon, Klostertal und im Bregenzerwald befinden sich durchlässige Grundwasserkörper.

3. Wie entsteht Grundwasser?
Antwort: Grundwasser gelangt über die Versickerung von Niederschlag, die Infiltration von Flusswasser oder den unterirdischen Zustrom aus den Bergflanken in den Untergrund. Das Wasser wird auf seinem Weg in die Tiefe gefiltert und sammelt sich in den durchlässigen sandigen und kiesigen Bereichen des Untergrundes, den sogenannten Grundwasserkörpern. Von dort fließt es als Grundwasserstrom zurück in einen Fluss oder in den Bodensee.

In Feldkirch hat die Sanierung der ältesten Kanalisation Vorarlbergs begonnen.. <span class="copyright">hartinger </span>
In Feldkirch hat die Sanierung der ältesten Kanalisation Vorarlbergs begonnen.. hartinger

4. Wie viel Trinkwasser verbraucht der Vorarlberger am Tag?
Antwort: Der Pro-Kopf-Verbrauch beläuft sich auf 140 Liter pro Tag. Damit liege Vorarlbergdeutlich unter dem Österreich-Schnitt von 162 Litern, so Landesrat Christian Gantner. Der Verbrauch in Vorarlberg mache etwa zehn Prozent der Ressourcen aus.

5. Wie ist es um die Qualität und die Menge des Grundwassers bestellt?
Antwort: Laut Thomas Blank, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft im Amt der Landesregierung, befinden sich die Grundwasserkörper sowohl mengen- als auch qualitätsmäßig „in einem guten Zustand“.

6. Wie wird der Zustand der Grundwasserkörper überwacht?
Antwort: Es gibt eine laufende Überwachung mittels 346 Grundwasserpegeln. 320 davon sind mit automatischen Datenloggern ausgestattet. Die Daten werden laufend ausgewertet und von der Abteilung Wasserwirtschaft im Internet öffentlich verfügbar gemacht.

7. Welche Auswirkungen haben Trockenperioden auf die Verfügbarkeit von Trinkwasser in Vorarlberg?
Antwort: Da wie gesagt zwei Drittel des Landes mit Grundwasser versorgt werden, gibt es selbst in Zeiten extremer Trockenheit wie im Hitzesommer 2018 nur vereinzelt Engpässe. Angespannt war die Situation damals vor allen Dingen in Regionen, die auf Quellwasser angewiesen sind, etwa im Bregenzerwald, im Großen Walsertal und am Südhang des Walgaus. Aufgrund des Klimawandels könnte sich das Problem weiter verschärfen. Das Land setzt hier auf Verbundlösungen. Dabei werden betroffene Gemeinden mit Nachbarkommunen vernetzt, die über einen Grundwasserbrunnen verfügen.

Der Pegel des Bodensses liegt dereit neun Zentimeter unter dem lanjährigen Mittel. <span class="copyright">Stiplovsek. </span>
Der Pegel des Bodensses liegt dereit neun Zentimeter unter dem lanjährigen Mittel. Stiplovsek.


8. Wie viele Brunnenanlagen gibt es?
Antwort: Insgesamt gibt es 55 Brunnenanlagen für die öffentliche Wasserversorgung. Die tatsächliche Entnahme beträgt rund 520 Liter pro Sekunde (l/s), das sind rund zehn Prozent der verfügbaren Grundwasserressourcen. In den letzten Jahren wurden laut Abteilungsvorstand Blank eine Reihe wichtiger neuer Brunnen errichtet, etwa der Brunnen Schlatt der Wassergenossenschaft Rankweil oder der Brunnen Hohlstein des Trinkwasserverbandes Bregenzerwald. Letzterer, so heißt es, wird in den nächsten Jahrzehnten die Wasserversorgung für zehn Gemeinden des Vorderen und Mittleren Bregenzerwaldes absichern.

9. Wie steht es um den Pegelstand des Bodensees?
Antwort: Laut Landesrat Gantner hat die derzeitige Trockenphase keine nennenswerte Auswirkungen auf den Pegelstand des Bodensees. Er liege zwar neun Zentimeter unter dem langjährigen Mittel, das sei aber im Normalbereich.

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